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Politik

Dienstag, 10. August 2010

"Schmutzige Währungen": Iran boykottiert Euro und Dollar

Der Iran reagiert auf die internationalen Sanktionen im Atomstreit: Künftig will das Land seine internationalen Geschäfte nicht mehr in Euro und Dollar abwickeln. Zudem soll ein Werbeverbot gegen Produkte aus deutsche, englische und südkoreanische Waren verhängt werden.
In Zukunft sollen Geschäfte nur noch in Währungen verbündeter Länder abgewickelt werden.

In Zukunft sollen Geschäfte nur noch in Währungen verbündeter Länder abgewickelt werden.
(Foto: REUTERS)

Im Streit um sein Atomprogramm will der Iran als Reaktion auf internationale Sanktionen Geschäfte nicht mehr in Euro und Dollar abwickeln. Die beiden Währungen seien "schmutzig", Geschäfte sollten nur noch in den Währungen verbündeter Länder verrechnet werden, sagte der iranische Vizepräsident Mohammed-Resa Rahimi iranischen Medienberichten zufolge.

Auch für seine Geschäfte auf dem Dollar-dominierten Ölmarkt will das Land die beiden Währungen nicht mehr akzeptieren, wie der Vertreter von Präsident Mahmud Ahmadinedschad den Berichten nach bei einem Auftritt sagte. Der Iran ist der zweitgrößte Ölexporteur in der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC).

Werbeverbot für die "Waren der Feinde"

Teheran bestreitet vehement, an der Entwicklung von Atomwaffen zu arbeiten.

Teheran bestreitet vehement, an der Entwicklung von Atomwaffen zu arbeiten.
(Foto: REUTERS)

Zudem will die iranische Regierung nach den Worten Rahimis als Reaktion auf "die Sanktionen des Westens" in den Straßen der Hauptstadt Teheran "jegliche Werbung für deutsche, englische oder südkoreanische Produkte" verbieten. Damit nicht die "Waren der Feinde" gekauft würden, sei zudem für deren Produkte eine Steuererhöhung von 200 Prozent geplant.

Der Vize-Präsident kündigte zudem an, dass der Iran weniger Waren aus der Europäischen Union einkaufen werde. Im vergangenen Jahr hatte der Iran Produkte aus EU-Ländern im Wert von 11,4 Milliarden Euro eingekauft, das entspricht 27 Prozent der gesamten iranischen Einfuhren. Stattdessen sollten die benötigten Waren im Iran selbst produziert werden, auch wenn dies Zeit brauche, fügte Rahimi hinzu.

Der Westen wirft dem Iran vor, unter dem Deckmantel der zivilen Nutzung der Atomenergie an der Entwicklung von Atomwaffen zu arbeiten. Teheran bestreitet das. In dem seit Jahren schwelenden Streit hatte der UN-Sicherheitsrat am 9. Juni auf erheblichen Druck der USA die bestehenden Sanktionen gegen Teheran verschärft. Die USA, die EU sowie Südkorea beschlossen zusätzliche Sanktionen gegen das Land. Der von der EU verabschiedete Strafkatalog zielt vor allem auf die iranische Öl- und Gasindustrie.

AFP

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