Politik
Seit Januar 2016 unterhalten Iran und Saudi-Arabien keine diplomatischen Beziehungen mehr.
Seit Januar 2016 unterhalten Iran und Saudi-Arabien keine diplomatischen Beziehungen mehr.(Foto: dpa)
Sonntag, 03. September 2017

Nach Bruch mit Saudi-Arabien: Iran sendet Versöhnungssignale

Monatelang herrscht Eiszeit zwischen Saudi-Arabien und dem Iran. Zuerst richten die Saudis einen schiitischen Geistlichen hin, dann verwüsten aufgebrachte Iraner die saudische Botschaft in Teheran. Präsident Ruhani will all das jetzt vergessen.

Der Iran plant nach eigenen Angaben erste direkte diplomatische Kontakte mit seinem regionalen Erzfeind Saudi-Arabien. Der Außenamtssprecher sagte, die Treffen sollten sowohl in Teheran als auch in Riad in der neuen Woche nach Beendigung der islamischen Pilgerfahrt Hadsch stattfinden. Dabei gehe es zunächst um die Besichtigung der seit dem Abbruch der diplomatischen Beziehungen leerstehenden Botschaftsgebäude.

Seit Wochen sendet der Iran Versöhnungssignale an den Erzfeind. Präsident Hassan Ruhani erklärte, der Iran lade alle Nachbarstaaten ein, gemeinsam eine stabile und friedliche Region ohne Terror und Gewalt aufzubauen.

Die Saudis hatten die diplomatischen Beziehungen zum Iran abgebrochen, nachdem aufgebrachte Demonstranten im vergangenen Jahr die saudische Botschaft in Teheran gestürmt und Teile des Gebäudes in Brand gesetzt hatten. Auslöser für die Proteste im Iran war die Hinrichtung des schiitischen Geistlichen Nimr al-Nimr im sunnitischen Saudi-Arabien. Ruhani hatte den Angriff scharf verurteilt und sich bereiterklärt, die Kosten der Schäden in der Botschaft zu übernehmen.

Mit diesem Montag endet die Hadsch-Saison 2017. Die Pilgerreise von 2,3 Millionen Muslimen aus aller Welt nach Mekka verlief bisher nach saudischen Angaben ohne Zwischenfälle. In den Vorjahren war es häufiger zu Unfällen oder Massenpaniken mit vielen Toten gekommen.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen