Politik
Islamistische Kämpfer in Nord-Mali.
Islamistische Kämpfer in Nord-Mali.(Foto: STRINGER)

Zerstörung weiterer Heiligtümer: Islamisten wüten in Timbuktu

In der nordmalischen Stadt Timbuktu grassiert weiter die Gewalt der islamistischen Besatzer. Ihre Zerstörungswut macht auch vor Heiligtümern nicht halt. Bereits im Sommer haben die Extremisten Heiligengräber, die zum Unesco-Welterbe gehören, zerstört.

Islamisten im Norden Malis haben weitere Heiligtümer in der historischen Stadt Timbuktu zerstört. Dies bestätigte ein Sprecher der Rebellengruppe Ansar Dine.

"Die Mausoleen dienen der Heiligenverehrung, und es ist nicht gut, wenn Menschen Gebäude oder Gräber wie einen Gott verehren", erklärte der Sprecher. Die Kulturstätten beherbergen die sterblichen Überreste muslimischer Gelehrter.

Bereits im Sommer hatten die Extremisten in der berühmten Wüstenstadt mehrere Heiligengräber zerstört, die zum Unesco- Weltkulturerbe gehörten. Erst am Samstag hatte Ansar Dine aber angekündigt, gemeinsam mit den Tuareg-Rebellen der MNLA Friedensverhandlungen mit der Regierung in Bamako aufnehmen zu wollen.

"Tragödie für die ganze Welt"

Jedoch scheinen die jüngsten Verwüstungen in Timbuktu eine Reaktion auf die Entscheidung des UN-Sicherheitsrates zu sein, eine militärische Intervention zur Befreiung des Nordens zu autorisieren. Islamische Rebellen hatten das Gebiet kurz nach einem Militärputsch im März unter ihre Kontrolle gebracht und dort eine strenge Auslegung der islamischen Rechtsprechung Scharia eingeführt.

Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton hat die Zerstörung der noch verbliebenen Mausoleen in Timbuktu verurteilt. Ashton sei "zutiefst schockiert" und rufe "zum umgehenden Schutz dieses in Afrika einmaligen kulturellen und religiösen Erbes" auf, teilte ein Sprecher in Brüssel mit. Die Zerstörung der Mausoleen sei "nicht nur für die Malier, sondern für die ganze Welt eine Tragödie".

Quelle: n-tv.de

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