Kriege und Verhandlungen: Israel und der Nahostkonflikt
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Am 29. November 1947 stimmt die UN-Vollversammlung für die Teilung Palästinas in einen arabischen und einen jüdischen Staat.Bild 1 von 150 Die Araber lehnen den Beschluss ab, die Juden akzeptieren ihn, in Palästina bricht ein Bürgerkrieg aus.Bild 2 von 150 Von einem friedlichen Zusammenleben sind beide Seiten weit entfernt. In Deir Yasin richten Mitglieder der jüdischen Untergrundbewegungen am 9. April 1948 ein Massaker an.Bild 3 von 150 Einige Tage später, am 13. April 1948, überfallen arabische Kämpfer einen Konvoi auf dem Weg zum Jerusalemer Hadassah-Krankenhaus und töten 79 Menschen, zumeist Zivilisten, Ärzte und Krankenschwestern.Bild 4 von 150 Die britische Mandatsmacht verlässt am 14. Mai 1948 mittags das Land. Noch vor Sonnenuntergang und dem Beginn des Sabbat versammelt sich der Jüdische Nationalrat im Stadtmuseum von Tel Aviv.Bild 5 von 150 Unter einem Porträt des Begründers der zionistischen Bewegung, Theodor Herzl, verliest David Ben Gurion die Unabhängigkeitserklärung.Bild 6 von 150 "Gleich allen anderen Völkern ist es das natürliche Recht des jüdischen Volkes, seine Geschichte unter eigener Hoheit selbst zu bestimmen. Demzufolge haben wir … uns hier eingefunden und verkünden … die Errichtung eines jüdischen Staates im Lande Israel ...Bild 7 von 150 ... - des Staates Israel." David Ben Gurion wird der erste Ministerpräsident Israels.Bild 8 von 150 Am 16. Mai erkennt die UdSSR den neuen Staat völkerrechtlich an, …Bild 9 von 150 … kurz darauf folgen die USA mit ihrer Anerkennung durch Präsident Harry S. Truman.Bild 10 von 150 Noch in der Nacht ziehen Ägypten, Saudi-Arabien, Jordanien, Libanon, Irak und Syrien gegen den neuen Staat in den Krieg.Bild 11 von 150 Bis Juli 1949 dauert der erste Arabisch-Israelische Krieg. Die arabischen Staaten wollen den jüdischen Staat Israel auslöschen.Bild 12 von 150 Nach dem Ende der Kampfhandlungen bilden die auf Rhodos ausgehandelten Waffenstillstandslinien die vorläufigen Grenzen des Staates Israel.Bild 13 von 150 Ägypten besetzt den Gazastreifen, Transjordanien das Westjordanland und Ostjerusalem mit der historischen Altstadt.Bild 14 von 150 Am 11. Dezember 1948 empfiehlt die Generalversammlung der UNO, dass "denjenigen Flüchtlingen, die zu ihren Wohnstätten zurückkehren und in Frieden mit ihren Nachbarn leben wollen, dies zum frühestmöglichen Zeitpunkt gestattet werden soll."Bild 15 von 150 Von 1949 an kommt es verstärkt zu Übergriffen der Fedayin. "Jene, die sich selbst aufopfern" werden von der ägyptischen Führung unterstützt, mit Waffen ausgerüstet und trainiert.Bild 16 von 150 1956 verschärft sich der Konflikt wegen der Fedayin-Angriffe auf Israel von ägyptischem Territorium und vom ägyptisch besetzten Gaza-Streifen aus.Bild 17 von 150 Nach der Verstaatlichung des Suezkanals durch den ägyptischen Staatspräsidenten Gamal Abd el-Nasser beginnt am 29. Oktober 1956 der Suez-Krieg der Kolonialmächte Großbritannien und Frankreich sowie Israels gegen Ägypten.Bild 18 von 150 Unter massivem Druck der USA und der Vereinten Nationen verlassen die israelischen Truppen die Sinai-Halbinsel und den Gazastreifen 1957 wieder.Bild 19 von 150 Eine UN-Beobachtertruppe übernimmt die Kontrolle der ägyptisch-israelischen Grenze auf dem Sinai.Bild 20 von 150 Mit der "Eisenhower-Doktrin" von 1957 erklären die USA den Nahen Osten zur amerikanischen Interessen- und Sicherheitszone. Gleichzeitig baut die Sowjetunion ihren Einfluss in der Region aus.Bild 21 von 150 Nasser findet für seinen arabischen Nationalismus immer mehr Anhänger. Israel wird von Frankreich und Großbritannien aufgerüstet.Bild 22 von 150 1957 gründen Jassir Arafat und Abu Dschihad in Kuwait die erste Zelle der Bewegung zur Befreiung Palästinas. Aus ihr geht 1959 die Fatah-Partei hervor.Bild 23 von 150 Auf Nassers Initiative wird 1964 die Palästinensische Befreiungsorganisation PLO gegründet. Ihr Ziel ist die Gründung eines unabhängigen Staates Palästina anstelle Israels. Die Araber Palästinas definieren sich als "Palästinenser".Bild 24 von 150 Israel baut als "nationales Projekt" ein 130 km langes Kanalsystem vom See Genezareth bis in die Negev-Wüste.Bild 25 von 150 Die Arabische Liga beschließt, die Quellflüsse des Jordan in Syrien und Jordanien umzuleiten. Israel reagiert mit der Zerstörung der entsprechenden Anlagen.Bild 26 von 150 Anfang Mai 1967 fordert Nasser den Abzug der UN-Friedenstruppen entlang der israelischen Grenze auf dem Sinai, ...Bild 27 von 150 ... UN-Generalsekretär U Thant lässt die Stellungen einseitig räumen. Ägyptische Truppen nehmen die aufgegebenen Stellungen ein.Bild 28 von 150 Einige Tage später lässt Nasser die Meerenge von Tiran sperren, ein internationales Gewässer. Schiffe können nun nicht länger den israelischen Hafen Eilat erreichen. Über Eilat läuft unter anderem Israels Versorgung mit iranischem Öl.Bild 29 von 150 Nasser verkündet, "die Juden ins Meer treiben zu wollen". Ägypten, Jordanien und Syrien bringen zusätzliche Truppen und Waffen in Stellung. Nasser formuliert die "Zerstörung Israels" als Kriegsziel.Bild 30 von 150 Israel betrachtet die ägyptischen Schritte als "casus belli" und fliegt am 5. Juni 1967 einen Überraschungsangriff auf Militärflughäfen im Sinai. Innerhalb von 24 Stunden werden 416 arabische Kampfflugzeuge am Boden zerstört.Bild 31 von 150 Gleichzeitig rücken Bodenstreitkräfte der israelischen Armee gegen ägyptische Stellungen auf dem Sinai und im Gaza-Streifen sowie gegen jordanische Positionen im Westjordanland und gegen syrische Truppen auf den Golan-Höhen vor.Bild 32 von 150 Am Ende des Sechstage-Krieges hat Israel sein Territorium vervielfacht: Israel besetzt den Gazastreifen, den Sinai, das Westjordanland und die syrischen Golan-Höhen. Ost-Jerusalem wird annektiert. (Im Bild israelische Soldaten an der Klagemauer)Bild 33 von 150 Im August 1967 verkünden die Teilnehmer der arabischen Gipfelkonferenz in Khartum drei "Neins": kein Friede mit Israel, keine Anerkennung Israels, keine Verhandlungen mit Israel.Bild 34 von 150 In der UNO-Resolution 242 werden die arabischen Staaten zum Frieden mit Israel aufgerufen und Israel zur Aufgabe "besetzter Gebiete".Bild 35 von 150 Bis 1970 führt Ägypten einen Zermürbungskrieg gegen Israel entlang des blockierten Suezkanals.Bild 36 von 150 Die PLO, die zunehmend einen Staat im Staat bildet, nutzt Jordanien als Ausgangsbasis für Angriffe auf Israel.Bild 37 von 150 PLO-Chef Jassir Arafat putscht während des "Schwarzen September" 1970 gegen Jordaniens König Hussein. Über zehntausend Palästinenser sterben.Bild 38 von 150 König Hussein kann sich behaupten, im Juli 1971 werden die PLO-Kämpfer in den Libanon vertrieben, Jassir Arafat flieht nach Kairo.Bild 39 von 150 Die radikalen Palästinensergruppen greifen zunehmend zivile Ziele an und entführen auch Flugzeuge.Bild 40 von 150 Am 5. September 1972 dringen arabische Terroristen in das Olympische Dorf in München ein und überfallen die israelische Mannschaft in ihrer Unterkunft.Bild 41 von 150 Zwei Israelis werden sofort erschossen, neun weitere geraten als Geiseln in die Hände der Terroristen. Sie werden bei einem Befreiungsversuch auf dem Flughafen Fürstenfeldbruck ermordet.Bild 42 von 150 Am 6. Oktober, dem jüdischen Versöhnungstag Jom Kippur, beginnen Syrien und Ägypten einen Überraschungsangriff auf Israel.Bild 43 von 150 Die israelischen Streitkräfte erlangen erst nach verlustreichen Kämpfen die Oberhand und stoßen über den Suezkanal bis nach "Afrika" vor, 101 Kilometer vor Kairo und 32 km vor Damaskus.Bild 44 von 150 US-Außenminister Henry Kissinger erzwingt am 24.10.1973 einen Waffenstillstand.Bild 45 von 150 Durch den Öl-Export-Stopp der Araber kommt es zur weltweiten Ölkrise.Bild 46 von 150 Die PLO wird im Herbst 1974 zuerst von den arabischen Staaten als die einzige legitime Vertreterin des palästinensischen Volkes anerkannt, dann von der UNO.Bild 47 von 150 Israel, Ägypten und Syrien tauschen nach dem Jom-Kippur-Krieg unter amerikanischer Vermittlung Gefangene aus, vereinbaren eine Truppenentflechtung und einen israelischen Teilabzug.Bild 48 von 150 Ägyptens Präsident Anwar el Sadat kündigt an, für Frieden bis ans Ende der Welt reisen zu wollen. Am 19. November 1977 kommt er nach Jerusalem.Bild 49 von 150 Am 11. März 1978 entführen zwei PLO-Kämpfer aus dem Libanon auf der Autobahn vor Tel Aviv zwei Autobusse. Dabei sterben 37 Israelis.Bild 50 von 150 Als Reaktion besetzen israelische Streitkräfte während der Operation Litani den Südlibanon. Israel will die PLO-Kämpfer aus dem Grenzgebiet vertreiben, von dem aus sie Raketen auf den Norden Israels abschießen.Bild 51 von 150 Der UN-Sicherheitsrat fordert in der Resolution 425 Israel auf, seine Truppen von libanesischem Gebiet abzuziehen. Libanon wird aufgefordert, wieder seine Souveränität auszuüben und seine Truppen bis an die Grenze zu Israel zu verlegen.Bild 52 von 150 Die United Nations Interim Force in Lebanon (UNIFIL) wird geschaffen.Bild 53 von 150 Im Herbst des gleichen Jahres kommt es in Camp David, dem Landsitz der amerikanischen Präsidenten, zum Gipfeltreffen von Anwar el-Sadat und Menachim Begin mit Präsident Jimmy Carter.Bild 54 von 150 Bei den fast zweiwöchigen Verhandlungen verständigen sich Ägypten und Israel unter Carters Vermittlung über Rahmenbedingungen einer Lösung des Nahostkonflikts und eines ägyptisch-israelischen Friedensvertrages.Bild 55 von 150 Alle arabischen Staaten und die Palästinenser werden eingeladen, sich dem Friedensvertrag anzuschließen.Bild 56 von 150 Israel akzeptiert die Schaffung einer autonomen palästinensischen Verwaltung für die besetzten Gebiete im Westjordanland und im Gazastreifen. Ministerpräsident Begin verfügt einen zeitweiligen Siedlungsstopp, doch die Palästinenser verweigern Gespräche.Bild 57 von 150 Israel zieht seine Truppen von der Sinai-Halbinsel ab, auf beiden Seiten der Grenze werden demilitarisierte Zonen eingerichtet. Die MFO, eine von den USA, Israel und Ägypten finanzierte Beobachtertruppe, wird gegründet.Bild 58 von 150 Beide Länder verabreden volle diplomatische Anerkennung, wirtschaftliche Kooperation und friedlichen Umgang miteinander.Bild 59 von 150 In Anerkennung ihrer Friedensinitiative werden Begin und Sadat 1978 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. (Im Bild Begin mit Sadats Vertreter bei der Preisverleihung Sayed Marei.)Bild 60 von 150 Am 26. März 1979 unterzeichnet Ägypten als erstes arabisches Land einen Friedensvertrag mit Israel.Bild 61 von 150 Doch Sadat macht sich mit dem historischen Friedensschluss auch Feinde. Islamistische Moslembrüder ermorden Sadat während einer Militärparade am 6.Oktober 1981.Bild 62 von 150 Bis zum 25. April 1982 zieht sich Israel wieder vollständig von der ägyptischen Sinai-Halbinsel zurück. Verteidigungsminister Ariel Scharon lässt die israelischen Siedlungen räumen und teilweise zerstören.Bild 63 von 150 Am 3. Juni 1982 verüben palästinensische Kämpfer um Abu Nidal auf Israels Botschafter in London, Shlomo Argov, ein Attentat.Bild 64 von 150 Drei Tage später greift Israel die PLO im Libanon an. Ziel ist die Zerschlagung der militärischen PLO-Organisation durch einen Vormarsch bis Beirut, ...Bild 65 von 150 ... wo sich die Befehlszentrale der PLO befindet.Bild 66 von 150 In Westbeirut werden 10.000 PLO-Kämpfer von den israelischen Truppen eingeschlossen und zur Kapitulation gezwungen.Bild 67 von 150 PLO-Chef Arafat und seine Kämpfer werden mit griechischen Fähren ins Exil nach Tunis gebracht.Bild 68 von 150 Im September 1982 verüben mit Israel verbündete Phalange-Milizen in den palästinensischen Flüchtlingslagern Sabra und Schatila Massaker, mindestens 700 Flüchtlinge sterben.Bild 69 von 150 Verteidigungsminister Ariel Scharon muss in Folge der Empfehlungen der Kahan-Untersuchungskommission wegen "indirekter Verantwortung" für die Massaker zurücktreten.Bild 70 von 150 Israel bleibt mit seiner Armee im Südlibanon und richtet dort eine "Sicherheitszone" ein.Bild 71 von 150 Im Dezember 1987 bricht die erste Intifada aus, ein Aufstand in den besetzten Gebieten, um die israelischen Besatzer "abzuschütteln. Geprägt ist sie von Steine werfenden jugendlichen Palästinensern.Bild 72 von 150 Die israelische Armee kann diese Form der Gewalt nur schwer unter Kontrolle bringen. Sie verhängt Ausgangssperren, errichtet Straßenblockaden und hindert Palästinenser daran, zu ihren Arbeitsplätzen nach Israel einzureisen.Bild 73 von 150 Der "Krieg der Steine" wird zu einer Lawine. Im Gaza-Streifen und im Westjordanland entsteht eine permanente Revolte, die erst 1994 endet.Bild 74 von 150 Islamistische Gruppen wie "Islamischer Dschihad" und "Hamas" entstehen. Ihr religiöser Fundamentalismus bringt eine neue Qualität in den Kampf gegen Israel. ("Hamas"-Gründer Scheich Ahmad Yasin 1992.)Bild 75 von 150 Jassir Arafat ruft am 14. November 1988 in Algier den "Staat Palästina" aus. König Hussein verzichtet auf jordanische Ansprüche im Westjordanland.Bild 76 von 150 Die Sowjetunion ermöglicht ab 1989 einer Million russischer Juden die Auswanderung nach Israel.Bild 77 von 150 Während des Irak-Kriegs von 1991 beschießt Irak Israel mit Scud-Raketen.Bild 78 von 150 PLO-Chef Arafat verbündet sich mit Saddam Hussein. Kuwait, Saudi-Arabien und andere arabische Staaten sperren deshalb die Finanzierung der PLO.Bild 79 von 150 Ende Oktober 1991 gibt die internationale Gemeinschaft dem Nahost-Friedensprozess mit der Friedenskonferenz in Madrid neue Impulse. Vertreter von Israel, Syrien, Saudi-Arabien, Jordanien und Libanon treffen sich. Die Palästinenser sind Teil der jordanischen Delegation.Bild 80 von 150 Im Juni 1992 wird Jitzchak Rabin von der Arbeitspartei erneut Ministerpräsident.Bild 81 von 150 1992 beginnen unter Rabin in Oslo Geheimgespräche zwischen Israel und der PLO, ohne Wissen der Amerikaner.Bild 82 von 150 Um die Friedensgespräche mit der israelischen Regierung zu unterlaufen, verübt die Hamas 1993 im Kibbuz Mechola ein Selbstmordattentat, der Auftakt zu einer Reihe weiterer ähnlicher Anschläge.Bild 83 von 150 Diese Kriegstaktik hatte die Hisbollah 1983 erstmals gegen amerikanische Friedenstruppen im Libanon eingesetzt.Bild 84 von 150 Dennoch finden die ersten direkten Gespräche zwischen Israel und den Palästinensern statt. Am 13. September 1993 besiegeln Jassir Arafat und Jitzchak Rabin in Washington mit einem Händedruck die Osloer Prinzipienerklärung (Oslo I).Bild 85 von 150 Darin erkennen sich beide Seiten offiziell an und verpflichten sich zur Aufnahme von Verhandlungen über den endgültigen Status der besetzten Gebiete. Strittige Fragen wie der Status von Ostjerusalem, die Grenzen und die Flüchtlingsfrage werden ausgeklammert.Bild 86 von 150 Am 25. Februar 1994 ermordet der israelische Siedler Baruch Goldstein im Abrahams-Grab in Hebron 29 muslimische Gläubige.Bild 87 von 150 1994 folgt das Gaza-Jericho-Abkommen, das den Rückzug der israelischen Armee aus Teilen des Gazastreifens und Jericho festlegt und eine palästinensische Selbstverwaltung entstehen lässt.Bild 88 von 150 Die PLO sagt sich offiziell von dem Ziel der Zerschlagung des jüdischen Staates los. Im Juli 1994 lässt sich Arafat als Chef der neuen palästinensischen Autonomiebehörde in Gaza nieder.Bild 89 von 150 Die israelisch-jordanischen Verhandlungen führen zum israelisch-jordanischen Friedensvertrag, der im Oktober 1994 unterzeichnet wird.Bild 90 von 150 Für ihre Bemühungen um einen Frieden in der Region erhalten Jassir Arafat, Jitzchak Rabin und Schimon Peres im Dezember 1994 den Friedensnobelpreis.Bild 91 von 150 Im September 1995 wird "Oslo II" unterzeichnet. Das Westjordanland wird in Zonen unterteilt, A-Gebiete unter voller palästinensischer Kontrolle, B-Gebiete unter palästinensischer Zivilverwaltung und C-Gebiete unter israelischer Kontrolle.Bild 92 von 150 Am 4. November 1995 wird Jitzchak Rabin nach einer Friedenskundgebung in Tel Aviv von dem jüdischen Fundamentalisten und Rechtsextremisten Jigal Amir erschossen.Bild 93 von 150 Die ersten Wahlen in den Palästinensergebieten gewinnt am 20. Januar 1996 Jassir Arafat mit seiner Fatah-Partei.Bild 94 von 150 Im März 1996 finden in Wye, im US-Staat Maryland, syrisch-israelische Gespräche statt.Bild 95 von 150 In den kommenden Monaten verübt die Hamas eine Serie von schweren Selbstmordattentaten in Israel.Bild 96 von 150 Die Weltgemeinschaft fordert in Scharm el Scheich von Arafat ultimativ, die Verantwortung in den von ihm kontrollierten Gebieten zu übernehmen.Bild 97 von 150 Nach Raketenangriffen der Hisbollah im Libanon während des Gipfels von Scharm el Scheich ordnet Ministerpräsident Schimon Peres einen Krieg gegen Libanon an.Bild 98 von 150 Nach dem vermeintlich irrtümlichen Beschuss eines Lagers in Kana mit über 120 Toten muss Israel die Operation abbrechen.Bild 99 von 150 Im Mai 1996 wird Benjamin Netanjahu von der Likud-Partei neuer israelischer Ministerpräsident. Schimon Peres verliert die Wahl, weil Israels Araber wegen des "Massakers von Kana" gegen ihn stimmen.Bild 100 von 150 Im Januar 1997 übergibt Netanjahu Hebron zu 80 Prozent an die Palästinenser, was zuvor weder Rabin noch Peres wegen innenpolitischer Widerstände gewagt hatten.Bild 101 von 150 Arafat und Netanjahu verhandeln unter der Vermittlung von US-Präsident Clinton und dem jordanischen König Hussein am 23. Oktober 1998 ein neues Abkommen.Bild 102 von 150 Kernpunkte des Wye-Abkommens sind die Einwilligung Israels, sich weiter aus dem Westjordanland zurückzuziehen, sowie die Zusicherung der Palästinenser, in den von ihr verwalteten Gebieten israelfeindliche Aktivitäten zu unterbinden.Bild 103 von 150 In Israels Regierung entfacht das Abkommen unlösbare Konflikte zwischen Siedlervertretern und Realpolitikern des Likud. Am 17. Mai 1999 wird Ehud Barak von der Arbeitspartei Ministerpräsident.Bild 104 von 150 Im Mai 2000 zieht sich die israelische Armee aus dem Südlibanon zurück. Erstmals seit 1978 sind damit keine israelischen Truppen mehr im Libanon.Bild 105 von 150 Im Juli 2000 lädt US-Präsident Clinton Barak und Arafat nach Camp David ein. Doch es kommt keine Einigung zustande.Bild 106 von 150 Ariel Scharon besucht am 28. September 2000 demonstrativ den Tempelberg in Jerusalem.Bild 107 von 150 Am Tag danach beginnt die Zweite Intifada, viele Menschen sterben auf beiden Seiten bei den zahlreichen palästinensischen Selbstmordattentaten und den darauf folgenden israelischen Militäraktionen.Bild 108 von 150 Mit dem Versprechen, Israel wieder sicherer zu machen und den Terror zu beenden, gewinnt Scharon die Wahl. Er wird am 6. Februar 2001 Ministerpräsident und verkündet einen einseitigen Waffenstillstand.Bild 109 von 150 Anfang 2002 zerstört die israelische Luftwaffe u.a. den Flughafen in Gaza-Stadt, nachdem bei Selbstmordanschlägen durch Hamas-Anhänger zahlreiche Israelis getötet werden.Bild 110 von 150 Auch Arafats Amtssitz in Gaza wird angegriffen. Zugleich bricht Israels Regierung offiziell den Kontakt zu Arafat ab, der nicht mehr als Verhandlungspartner akzeptiert wird.Bild 111 von 150 Am 27. März 2002, dem Pessah-Abend, sprengt sich im "Park Hotel" von Netanya ein Selbstmordattentäter in die Luft und reißt 22 Menschen mit in den Tod.Bild 112 von 150 In Bethlehem verschanzen sich im April Palästinenser in der Geburtskirche, das israelische Militär belagert das Gotteshaus.Bild 113 von 150 US-Präsident Bush stellt im Juni 2002 erstmals die Grundsätze der sogenannten Roadmap vor. Russland, die USA, die EU und die UNO veröffentlichen im September das Gesamtkonzept.Bild 114 von 150 In der Präambel wird eine Abkehr vom Terrorismus und der Abbau illegaler israelischer Siedlungen angestrebt, am Ende ist die Errichtung eines palästinensischen Staates vorgesehen.Bild 115 von 150 Am 29. April 2003 wählt das Palästinensische Parlament Mahmud Abbas von der Fatah-Partei zum Ministerpräsidenten. Arafat bleibt Präsident.Bild 116 von 150 Israel beginnt inzwischen mit dem Bau eines Zauns als "Anti-Terror-Schutzwall".Bild 117 von 150 Im Oktober 2003 tritt Abbas zurück, Arafat ernennt Ahmed Kurei von der Fatah zu Abbas' Nachfolger.Bild 118 von 150 In einem Pariser Krankenhaus stirbt im November 2004 Jassir Arafat. Die Todesursache ist bis heute umstritten.Bild 119 von 150 Im Januar 2005 wird Abbas zum neuen Chef der PLO und zum Präsidenten der Autonomiebehörde gewählt.Bild 120 von 150 Mit dem Abkommen von Sharm El-Sheikh, das am 8. Februar 2005 von Ministerpräsident Ariel Scharon, dem Chef der palästinensischen Autonomiebehörde Mahmud Abbas, dem ägyptischen Präsidenten Husni Mubarak und König Abdullah II. von Jordanien unterzeichnet wird, endet die zweite Initifada.Bild 121 von 150 Im Sommer räumt das israelische Militär alle Siedlungen im Gazastreifen. Bei den Zwangsräumungen werden nach Angaben von Ärzten mindestens 43 Personen verletzt.Bild 122 von 150 Am 26. Oktober 2005 fordert der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad, Israel von der Landkarte zu tilgen.Bild 123 von 150 Die internationale Gemeinschaft reagiert mit scharfer Kritik. Zahlreiche Regierungen, darunter auch die deutsche, bestellen Irans Vertreter ein, um gegen die Äußerungen zu protestieren.Bild 124 von 150 Im November 2005 wird der Grenzübergang Rafah zwischen dem Gaza-Streifen und Ägypten geöffnet. Nach einem von den USA vermittelten Abkommen überwachen auch europäische Beamte die Kontrollen, israelische Sicherheitskräfte sind nicht direkt beteiligt.Bild 125 von 150 Im Januar 2006 erleidet Ministerpräsident Scharon einen Schlaganfall.Bild 126 von 150 Die Wahlen der Palästinenser im Januar 2006 gewinnt die Hamas. Ismail Hanija wird neuer Ministerpräsident, Abbas von der Fatah bleibt weiter Präsident.Bild 127 von 150 Im März nimmt Israel die Praxis der gezielten Tötung wieder auf. Bei einem Raketenangriff in Gaza-Stadt sterben fünf Menschen, darunter zwei mutmaßliche Anführer des Islamischen Dschihad und drei Kinder und Jugendliche. Der Islamische Dschihad hat in den vergangenen Wochen wiederholt israelische Orte mit Kleinraketen beschossen.Bild 128 von 150 Im April wird nach den Wahlen in Israel Ehud Olmert von der Kadima-Partei als Ministerpräsident im Amt bestätigt.Bild 129 von 150 Am 12. Juli 2006 bombardiert die Hisbollah den Norden Israels mit Raketen, überfällt eine israelische Grenzpatrouille und entführt zwei Soldaten.Bild 130 von 150 Am Abend beschließt die israelische Regierung, auf die Angriffe mit Krieg zu antworten.Bild 131 von 150 Bis zum 14. August dauert der zweite Libanon-Krieg, Luftangriffe auf den Libanon und Raketenangriffe auf Israel bestimmen den Kriegsverlauf.Bild 132 von 150 In Israel wie im Libanon fliehen jeweils eine Million Menschen vor den Angriffen.Bild 133 von 150 Israelische Angriffe wie der auf das Dorf Kana lösen internationalen Widerspruch gegen den Krieg aus.Bild 134 von 150 Im November 2006 wird eine interne Untersuchung eingeleitet, um zu klären, wie es dazu kam, dass vor allem am Ende des Libanon-Feldzugs im Sommer große Mengen von Streubomben eingesetzt wurden.Bild 135 von 150 Im Januar 2007 tritt Generalstabschef Dan Haluz zurück. In seinem Rücktrittsschreiben übernimmt er die Verantwortung für den nach Meinung der Mehrheit der Israelis misslungenen Feldzug gegen die Hisbollah im Libanon.Bild 136 von 150 Mehr als 60 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs will Deutschland Zehntausende von Holocaust-Überlebenden entschädigen. Die Summe steht im Februar 2007 noch nicht fest.Bild 137 von 150 Im Juni wird Präsident Moshe Katsav wegen sexueller Belästigung verurteilt und tritt zurück. Er ist bereits seit Jahresbeginn beurlaubt.Bild 138 von 150 Als neunter israelischer Präsident wird Schimon Peres vereidigt.Bild 139 von 150 Sieben Jahre nach dem letzten gescheiterten Gipfel zwischen Israelis und Palästinensern zur Verhandlung einer friedlichen Lösung des Nahostkonflikts in Camp David findet Ende November im US-amerikanischen Annapolis eine internationale Nahostkonferenz statt.Bild 140 von 150 Die aus Annapolis resultierenden Verhandlungen sollen bis Ende 2008 zur Gründung eines Staates Palästina führen.Bild 141 von 150 60 Jahre nach seiner Gründung hat Israel noch keinen Frieden gefunden. (In Sderot werden auf die Stadt abgeschossene Kassam-Raketen gesammelt.)Bild 142 von 150 Palästinenser und Israelis leben abgegrenzter denn je voneinander.Bild 143 von 150 Noch immer nimmt das Land Neueinwanderer auf.Bild 144 von 150 Der jüdische Glauben in all seinen Facetten, von säkulärer kultureller Prägung bis zum ultraorthodoxen Judentum, prägt das Land auch heute noch.Bild 145 von 150 Die religiösen Differenzen beschäftigen die israelische Gesellschaft immer wieder.Bild 146 von 150 In Israel leben Drusen, Christen, Araber, Juden und Muslime, oft kaufen alle auf dem gleichen typischen Gemüsemarkt.Bild 147 von 150 Die Kibbuzim, jene besondere gemeinschaftliche Arbeits- und Lebensformen, leisten noch immer einen wesentlichen Beitrag zum Bruttosozialprodukt des Landes.Bild 148 von 150 Andererseits ist das Land eine Hightech-Nation geworden, das kleine Land hat den höchsten Prozentsatz an Akademikern weltweit.Bild 149 von 150 Israel ist längst ein Land gleich vielen anderen auf der Welt. (Israels Logo für die 60-Jahr-Feier).Bild 150 von 150
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