Mittwoch, 14. August 2002
Krieg gegen den Irak: Israels Atomschlag-Szenario
Die israelische Regierung stellt sich offenbar immer mehr auf einen Angriff der Vereinigten Staaten auf den Irak ein. Im Falle eines irakischen Gegenschlags mit Massenvernichtungswaffen schließt Tel Aviv eine atomare Antwort nicht mehr aus, berichtete die Tageszeitung "Haaretz " unter Berufung auf einen Geheimbericht des US-Verteidigungsministeriums.
Danach werde ein atomarer Schlag für den Fall erwogen, dass Saddam Hussein nach einem Angriff Washingtons Raketen mit biologischen oder chemischen Kampfstoffen auf Israel abfeuere und dies zahlreiche Opfer unter der Zivilbevölkerung fordere. Israel hat bereits zu erkennen gegeben, dass es auf jeden irakischen Angriff antworten werde. Der US-Einschätzung zufolge würde Israel einen Angriff mit konventionellen Sprengköpfen jedoch mit einem konventionellen Gegenschlag beantworten.
Israel will Jodkapseln verteilen
Bereits am Mittwoch hatte der Generaldirektor des Verteidigungsministeriums, Amos Jaron, einen Bericht der "Haaretz" bestätigt, wonach Israel seine Bürger für den Fall eines Konflikts mit Jodkapseln ausrüsten wolle. Die Pillen, die etwa einen Dollar pro Stück kosten, sollen die Schilddrüse mit Jod sättigen, so dass sie kein radioaktives Jod aufnimmt.
Angesichts der Berichte über einen möglichen US-Schlag gegen Irak fürchtet Israel auch Raketenangriffe von irakischer Seite. Während des Golfkriegs hatte Irak nach israelischen Medienberichten im Februar 1991 versucht, den israelischen Kernreaktor in Dimona mit einer Scud-Rakete mit einem mit Beton beschwerten Sprengkopf zu treffen.
Auch Iran gilt wegen seines Atomprogramms als mögliche nukleare Bedrohung für Israel.
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