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Seit der Katastrophe von Fukushima lehen in Japan die meisten Bürger Atomkraft ab.
Seit der Katastrophe von Fukushima lehen in Japan die meisten Bürger Atomkraft ab.(Foto: dpa)

Zehntausende demonstrieren: Japaner lehnen Atomkraft ab

Seit zwei Wochen sind in Japan wieder zwei Nuklearkraftwerke in Betrieb. Dagegen regt sich Widerstand. Zum zweiten Mal demonstrieren viele tausend Menschen gegen die Nutzung der Kernkraft.

Die zweite Woche in Folge haben zehntausende Menschen in Tokio gegen die Wiederinbetriebnahme von zwei Atomreaktoren protestiert. Nach Angaben der Veranstalter zogen rund 150.000 Menschen vor die Residenz von Ministerpräsident Yoshihiko Noda im Zentrum der Hauptstadt. Sie hielten Schilder mit Sprüchen wie "Die Ära der Nuklearenergie ist vorbei" und "Steht auf gegen die Wiedereinschaltung" in den Händen. Mitte Juni hatte Noda die Wiederaufnahme des Betriebs von zwei Reaktoren in Oi in der Zentralprovinz Fuki angeordnet. Dagegen gab es bereits vor einer Woche eine Großdemonstration.

Nach der Atomkatastrophe von Fukushima waren alle Atomkraftwerke im Land abgeschaltet worden. Die Regierung hatte die Wiederinbetriebnahme mit befürchteten Energieengpässen wegen des gestiegenen Strombedarfs für Klimaanlagen im Sommer begründet. Bis zum Unglück von Fukushima bezog Japan etwa ein Drittel seines Stroms aus Atomkraft. Infolge der Atomkatastrophe wuchs die Ablehnung der Atomenergie in Japan aber deutlich.

Das japanische Atomkraftwerk Fukushima war bei dem schweren Erdbeben vom 11. März 2011 und dem anschließenden Tsunami schwer beschädigt worden. Durch den Ausfall der Kühlsysteme kam es zur Kernschmelze, große Gebiete im Umkreis der Anlage wurden radioaktiv verseucht. Es war der schwerste Atomunfall seit der Katastrophe von Tschernobyl im Jahr 1986.

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Quelle: n-tv.de

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