Politik
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Dienstag, 27. Juni 2017

In EU vor weiterer Zulassung: Kalifornien warnt vor Glyphosat

Möglicherweise krebserregend sei das Herbizid Glyphosat, darauf legt sich der US-Bundesstaat Kalifornien fest. Für Monsanto ist das problematisch und damit bald auch für Bayer. In der EU wirbt Landwirtschaftsminister Schmidt für den weiteren Einsatz des Mittels.

Der Saatgut-Konzern Monsanto hat mit seinem umstrittenen Unkrautvernichter Glyphosat einen Rückschlag in den USA erlitten. In Kalifornien teilte die zuständige Behörde für Gesundheit und Umwelt mit, Glyphosat werde ab dem 7. Juli auf die Liste mit Chemikalien gesetzt, die krebserregend sein können. Monsanto wird gerade in einem 66 Milliarden Dollar schweren Deal vom deutschen Bayer-Konzern übernommen.

Kritiker der Transaktion befürchten ein Imageproblem für Bayer, da sich Monsanto wegen Glyphosat immer neuer Klagen ausgesetzt sieht. Der US-Konzern will gegen die Entscheidung in Kalifornien vorgehen und nannte sie "ungerechtfertigt auf der Basis von Wissenschaft und Gesetz". Durch die Maßnahme in Kalifornien könnten Monsanto und andere Firmen, die solche Unkrautvernichter herstellen, dort gezwungen werden, Warnungen auf die Produktverpackungen zu kleben. Das Mittel wird unter anderem von Landwirten, auf Golfplätzen und in Weingebieten eingesetzt.

Das Herbizid ist hoch umstritten. Nach einer monatelangen Hängepartie hatte die EU-Kommission Ende Juni vergangenen Jahres mangels einer Mehrheit der Mitgliedstaaten für oder gegen Glyphosat die Zulassung vorerst um anderthalb Jahre verlängert. Zum Jahresende läuft die Übergangslösung aus. Im Gespräch ist nun eine Verlängerung um zehn Jahre. Eine Europäische Bürgerinitiative sammelte für ein Verbot von Glyphosat innerhalb von vier Monaten die nötige Beteiligung von einer Million Unterstützern.

In der vergangenen Woche hatte Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt die EU-Kommission zur Verlängerung der Genehmigung des umstrittenen Pflanzenschutzmittels Glyphosat gedrängt. "Es ist vertretbar, Glyphosat anzuwenden", sagte der CSU-Mann der "Neuen Osnabrücker Zeitung" vom Freitag. "Das sagen alle wissenschaftlichen Untersuchungen der zuständigen deutschen und europäischen Behörden und das sollte Maßgabe für die Entscheidung sein." Er sehe rechtlich keine Grundlage, die Genehmigung zu verweigern, sagte Schmidt.

Quelle: n-tv.de

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