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Ein bei den Kämpfen zerstörtes Haus nahe Lugansk.
Ein bei den Kämpfen zerstörtes Haus nahe Lugansk.(Foto: imago/ITAR-TASS)

Massive Offensive im Osten: Kiew: 1000 Separatisten getötet

Die Kämpfe in der Ostukraine flammen wieder voll auf. Nach Angaben aus dem ukrainischen Innenministerium sterben allein am Dienstag Hunderte Separatisten. Diese weisen die Zahlen zwar zurück, doch klar ist: Die Verluste und Schäden sind immens.

Mit massiven Luftangriffen haben ukrainische Streitkräfte nach dem Ende der Feuerpause Stellungen von Separatisten im Osten des Landes attackiert. Bei der "Anti-Terror-Operation" würden etwa 120 Stützpunkte der prorussischen Aufständischen unter Feuer genommen, teilte die Armeeführung in Kiew mit. "Die Offensive endet erst, wenn der letzte russische Söldner ukrainischen Boden verlassen hat", sagte Verteidigungsminister Michail Kowal.

Der ukrainische Parlamentschef Alexander Turtschinow sprach in Kiew von Erfolgen der "Anti-Terror-Operation". Regierungstruppen und Nationalgarde seien dabei, den Osten der Ukraine "effektiv von Terroristen zu säubern und von den Belagerern zu befreien". Der Berater des ukrainischen Innenministeriums, Sorjan Schkirjak, sprach von etwa 1000 getöteten Separatisten allein am Dienstag.

Separatisten wiesen dies als "Unsinn" zurück. "Es gibt schwere Kämpfe, doch wir sind bisher nicht einen Meter zurückgewichen", sagte der Anführer Waleri Bolotow in Lugansk. "Es wurde eine große Zahl an Militärtechnik und Personalbestand des Gegners vernichtet."

Separatistenanführer Alexander Borodaj in Donezk berichtete allerdings von heftigen Angriffen auf die Ortschaften Gorlowka und Dserschinski. Dort habe es Tote und Verletzte gegeben. Allerdings hätten auch die Sicherheitskräfte bedeutende Verluste erlitten, sagte Borodaj. Medien berichteten über große Schäden in den bombardierten Orten.

"Gefährliche Zündelei"

Der Vizechef des russischen Sicherheitsrats, Jewgeni Lukjanow, warf den USA "gefährliche Zündelei" in der Ukraine vor. Die prowestliche Führung in Kiew lasse sich ihre Politik von "US-Experten aus der Aufklärungsbranche und den Sicherheitsdiensten" diktieren, sagte er der Staatsagentur Ria Nowosti. Die Lage sei wie in den 1990er Jahren in Russland, als CIA-Mitarbeiter "fatalen Einfluss" nehmen wollten auf die Politik des Kremls, kritisierte Lukjanow in Moskau.

In Berlin wollen am Nachmittag die Außenminister Deutschlands, Russlands, Frankreichs und der Ukraine erneut über eine Feuerpause und einen Friedensplan beraten. Der russische Vize-Außenminister Grigori Karassin sagte vor dem Treffen, die Teilnehmer sollten auch über den Einsatz von OSZE-Beobachtern sprechen. Moskau erhalte sein Angebot aufrecht, dass Teams der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) auf russischem Territorium die ukrainische Grenze kontrollieren könnten, betonte Karassin.

Vertreter der Aufständischen erklärten sich zu neuen Verhandlungen bereit. "Wir haben bereits auf einige Forderungen verzichtet und stehen für Gespräche über eine Waffenruhe zur Verfügung", sagte Separatistenanführer Alexander Borodaj in Donezk. Er berichtete von heftigen Angriffen auf die Ortschaften Gorlowka und Dserschinski. Dort habe es Tote und Verletzte gegeben. Allerdings hätten auch die Sicherheitskräfte bedeutende Verluste erlitten, sagte Borodaj.

Quelle: n-tv.de

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