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Kardinal Marx will mehr missionieren.
Kardinal Marx will mehr missionieren.(Foto: dpa)

Die Vorsätze des Kardinals: Kirche soll mehr missionieren

Zum Ausklang des Jahres 2010 ruft Kardinal Marx in München zur Neuevangelisierung auf. Dies sei der Auftrag für die kommende Zeit. Papst Benedikt XVI. fordert Solidarität mit allen Menschen in Not. Die heutige Zeit sei voller Leiden und Dramen - "provoziert teils durch menschliche Bosheit, teils durch unselige Naturereignisse".

Die katholische Kirche muss nach Auffassung von Reinhard Kardinal Marx wieder stärker missionieren. "Die Neuevangelisierung ist unser Auftrag für die kommende Zeit", sagte er bei seiner traditionellen Silvesterpredigt im Münchner Liebfrauendom. "Wir müssen den katholischen Glauben in einer neuen kraftvollen Weise aussagen." Viele Menschen - nicht nur in der Kirche, sondern in der gesamten Gesellschaft - seien verunsichert. Das zeige sich auch an der steigenden Zahl der Kirchenaustritte. Aufgabe der Kirche sei es, den Menschen zu helfen, in der Unübersichtlichkeit des Lebens ihren Weg zu gehen.

Das zu Ende gehende Jahr sei ein schweres Jahr für die Kirche in Deutschland gewesen, betonte Marx. "Wir werden uns auch in Zukunft mit der Aufarbeitung des 8000 Betroffene melden sich befassen müssen. Wir werden der Wahrheit ins Auge schauen, aber wir dürfen nicht zulassen, dass es so etwas gibt wie einen Generalverdacht", sagte der Erzbischof von München und Freising. "Wir müssen unsere Hausaufgaben machen. Aber die ganze Gesellschaft muss ihren Weg gehen, aufmerksam sein dafür, was Kinder und Jugendliche erleben und erleiden.

Papst fordert Solidarität

In seiner Vesper zum Jahresende rief Papst Benedikt XVI. zu Solidarität mit allen Menschen in Not auf. Die heutige Zeit sei voller Leiden und Dramen - "provoziert teils durch menschliche Bosheit, teils durch unselige Naturereignisse", sagte der Papst. "Dennoch umfasst sie auch definitiv und unveränderlich die freudige und befreiende Botschaft von Christus", richtete sich Benedikt vor allem an all diejenigen, "die die Festtage zwischen Unannehmlichkeiten und Leiden" verbringen müssten. Bei der Vesper wurde - wie jedes Jahr am Silvesterabend - das "Te Deum" als Dank für das zu Ende gehende Jahr gesungen. Dabei handelt es sich um einen feierlichen traditionellen Lob-, Dank- und Bittgesang.

Papst Benedikt ruft zu Solidarität auf.
Papst Benedikt ruft zu Solidarität auf.(Foto: REUTERS)

Benedikt XVI. hatte bereits Mitte Dezember eine Botschaft mit dem Titel "Religiöse Freiheit, der Weg zum Frieden" veröffentlicht, in der er eindringlich zur Religionsfreiheit weltweit aufforderte. Religiöse Freiheit sei ein Weg zum Frieden, und Angriffe darauf beleidigten Gott und auch die Menschenwürde. Das Bekenntnis einer Religion dürfe weder "instrumentalisiert noch mit Gewalt aufgezwungen werden", erklärte der Papst. Im Rückblick auf ein von Gewalt geprägtes 2010 appellierte er erneut an die Verantwortlichen, rasch zu handeln und jeden Übergriff auf Christen in den betroffenen Regionen zu unterbinden.

Am Neujahrsmorgen steht für Benedikt die traditionelle Neujahrsmesse auf dem Programm. Ausschlafen darf der Pontifex daher nicht: Um zehn Uhr wird er im Petersdom den Gottesdienst feiern, der traditionell ganz im Zeichen des katholischen Weltfriedenstages steht.

Die Kirche feiert den Weltfriedenstag seit 42 Jahren am ersten Januar. Papst Paul VI. hatte sich 1967 mit einer Friedensbotschaft an die Regierenden in aller Welt gewandt und darin den Neujahrstag zum Weltfriedenstag erklärt.

Quelle: n-tv.de

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