Donnerstag, 25. November 2010
Sexueller Kindesmissbrauch: 8000 Betroffene melden sich
Immer mehr Betroffene wenden sich an die Anlaufstelle der Unabhängigen Beauftragten zur Aufarbeitung des sexuellen Kindesmissbrauchs. Viele überwinden zum ersten Mal ihre Scheu und Bedenken und sprechen über ihre Erfahrungen.Mehr als 8000 Betroffene haben sich seit dem Frühjahr bei der Anlaufstelle der Unabhängigen Beauftragten zur Aufarbeitung des sexuellen Kindesmissbrauchs gemeldet. Besonders viele Anrufe und Briefe seien nach dem Start der bundesweiten Kampagne "Sprechen hilft" im September eingegangen, sagte die Missbrauchsbeauftragte Christine Bergmann in Berlin, wo sie ihren Zwischenbericht vorstellte.
Seitdem gingen demnach rund 5000 Anrufe und 700 Briefe von Opfern ein - verstärkt auch von Frauen und jüngeren Betroffenen. Bergmann nahm ihre Arbeit im April auf, nachdem zahlreiche Missbrauchsfälle bekanntgeworden waren.
Die katholische Kirche hatte in einem Zwischenbericht über ihre Hotline mitgeteilt, dass 16,1 Prozent aller Opfer angaben, einmal missbraucht worden zu sein. 69,8 Prozent seien mehrmals und 14,1 Prozent andauernd missbraucht worden. Rund 97 Prozent der Anrufenden berichteten, zum Tatzeitpunkt katholisch gewesen zu sein. Gut 12 Prozent betonten, dass sie inzwischen aus der Kirche ausgetreten seien. Viele hätten angegeben, zum ersten Mal ihre Scheu und Bedenken überwunden und über ihre Erfahrungen gesprochen zu haben.
dpa
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