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Präsident Anote Tong auf der Klimakonferenz von Kopenhagen.
Präsident Anote Tong auf der Klimakonferenz von Kopenhagen.(Foto: REUTERS)

Insel geht unter: Kiribati sucht neues Land

"Mit dem Klimawandel ist es wie mit dem Alter", sagt Anote Tong, der Präsident von Kiribati. "Wir wissen alle, dass es passiert, aber keiner will es wahrhaben." Für sein Land ist der Klimawandel allerdings stärker greifbar als für andere Staaten: Kiribati geht unter.

Der Klimawandel ist für Inselstaaten wie Kiribati in der Südsee lebensbedrohlich. Präsident Anote Tong bekniet die Weltgemeinschaft seit Jahren mit drastischen Beispielen, etwas zu tun - vergeblich, wie er der Nachrichtenagentur dpa sagt. "Ich habe zwar eine laute Stimme, aber viel Erfolg habe ich nicht", meint Tong in seinem bescheidenen Präsidialamt in der Hauptstadt Tarawa. "Es ist frustrierend, weil wir gehört werden, aber trotzdem nicht viel getan wird." Ihm geht es um Eindämmung von Treibhausgasen, aber vor allem um Geld, um sein Land besser vor den Folgen des Klimawandels schützen zu können.

"Klimawandel ist eine Frage von Leben und Tod für uns", sagt Tong. "Das Land ist immer weniger in der Lage, die wachsende Bevölkerung zu tragen - da können wir nicht abwarten und einfach zusehen." Seine Regierung schließt gerade den Kauf von 2400 Hektar Land auf den Fidschi-Inseln ab. "Wir wollen Gemüse anbauen, wir sind schon zu abhängig von importierten Waren, aber dort wollen wir eines Tages auch Leute ansiedeln."

Er arbeite daran, die Bevölkerung für den Exodus vorzubereiten. Nicht mit der Verbreitung von Horrorszenarien - "das würde die Menschen nur in Depressionen stürzen", wie er sagt -, sondern durch einen Fokus auf bessere Ausbildungsmöglichkeiten. "Statt hausieren zu gehen und jemand zu suchen, der 2000 Klimaflüchtlinge aufnehmen kann, wollen wir dahin kommen zu sagen: Ihr braucht ausgebildete Elektriker, Klempner, Schreiner - wir haben sie."

Er spart nicht mit Kritik. "Die Länder, die es in den vergangenen Jahrzehnten zu Reichtum gebracht haben, haben eine Verpflichtung", sagt er auch mit Blick auf die kommende UN-Klimakonferenz, die am 26. November in Doha (Katar) beginnt. Dort stehen Finanzhilfen für ärmere Länder ganz oben auf der Verhandlungsliste. Zugleich verweist er auf den Umgang mit der Erderwärmung: "Mit dem Klimawandel ist es wie mit dem Alter: Wir wissen alle, dass es passiert, aber keiner will es wahrhaben."

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Quelle: n-tv.de

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