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Boko Haram kontrolliert im Nordosten des Landes Dörfer und Städte auf einer Fläche, die ungefähr der Größe Belgiens entspricht. (Archivbild, Mai 2014)
Boko Haram kontrolliert im Nordosten des Landes Dörfer und Städte auf einer Fläche, die ungefähr der Größe Belgiens entspricht. (Archivbild, Mai 2014)(Foto: AP)

Mehrere Tote in Potiskum: Kleines Mädchen sprengt sich in die Luft

Die Terrorgruppe Boko Haram verbreitet Angst und Schrecken im Nordosten Nigerias und setzt offenbar auch Kinder als Selbstmordattentäter ein. Ein achtjähriges Mädchen sprengt sich auf einem Markt in Nigeria in die Luft - und tötet dabei fünf Menschen.

Im Nordosten Nigerias hat sich ein Mädchen in die Luft gesprengt und fünf Menschen mit in den Tod gerissen. Zudem seien bei dem Anschlag in Potiskum Dutzende Menschen verletzt worden, sagten Augenzeugen. Zu der Tat bekannte sich zunächst niemand. In der Vergangenheit hatte die islamistische Bewegung Boko Haram mehrfach Mädchen als Selbstmordattentäterinnen missbraucht.

Das Mädchen, das vermutlich nicht älter als acht Jahre alt gewesen sei, habe sich geweigert, sich am Eingang eines Marktes überprüfen zu lassen, berichteten die Zeugen. Nach einem Streit mit dem Sicherheitspersonal habe es seinen am Körper befestigten Sprengsatz gezündet. Die Region von Potiskum ist Hochburg der Boko Haram, die seit 2009 für einen streng islamischen Staat nach den Grundsätzen der Scharia kämpft.

Die radikalislamische Extremistengruppe Boko Haram verübt regelmäßig Selbstmordattentate auf Märkte und andere belebte Orte. Sie setzt dabei auch immer wieder Frauen und Mädchen ein. Es bleibt dabei vielfach offen, ob die Mädchen wissen, dass sie als Selbstmordattentäterinnen eingesetzt werden sollen.

Die sektenartige Extremistengruppe kämpft seit 2009 mit Gewalt für einen islamischen Staat im mehrheitlich muslimischen Norden Nigerias. Bei Angriffen auf Sicherheitskräfte, Behörden, Schulen und Kirchen wurden seitdem mehr als 13.000 Menschen getötet.

Nigeria erhöht derweil den Druck auf Boko Haram. Am Samstag eroberten Streitkräfte mit Unterstützung der Luftwaffe nach Angaben des Militärs den Ort Baga am Tschadsee zurück. Boko Haram hatte im Januar Baga gestürmt, wo sich auch das Hauptquartier einer multinationalen Truppe Nigerias, Kameruns, des Tschad und des Niger befand.

Zugleich scheiterten die Extremisten am Wochenende offenbar mit einem Angriff auf eine Insel, die im nigrischen Teil des Tschadsee liegt. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen tobten die Kämpfe die ganze Nacht, bevor Boko Haram am Samstagmorgen schließlich zurückgeschlagen worden sei. Einem Militärbericht zufolge wurden 15 Islamisten sowie sieben nigrische Soldaten und ein Zivilist getötet.

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Quelle: n-tv.de

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