Politik

Der Ex-Boxer und die Fettnäpfchen: Klitschko will Hilfe beim Mauerbau

In Berlin kennt man sich aus mit Mauern, denkt sich Kiews Bürgermeister - und richtet beim Besuch in der Hauptstadt eine merkwürdige Bitte an die Regierung. Wenig später versucht sein Sprecher, den aufkeimenden Mediensturm zu entkräften.

Vom Vorbild abgeschaut: Klitschko mit der Merkel-Raute.
Vom Vorbild abgeschaut: Klitschko mit der Merkel-Raute.(Foto: dpa)

Der Bürgermeister von Kiew, Vitali Klitschko, hat Deutschland um Hilfe für den Bau einer Mauer an der Grenze der Ukraine zu Russland gebeten. "Wir würden uns richtig freuen, Unterstützung von allen Freunden der Ukraine zu bekommen", sagte Klitschko in Berlin. Aus Deutschland sei dabei Hilfe "jeder Art" willkommen. Klitschko - ein Weggefährte von Präsident Petro Poroschenko - nannte als Beispiele finanzielle Unterstützung und Hilfe durch "Know-How".

Klitschko rechtfertigte die Mauerpläne damit, dass es darum gehe, die Separatisten im Osten des Landes von weiterem Nachschub an Waffen und Kämpfern abzuschneiden. Ziel sei nicht ein "Mauerbau zwischen Völkern", sondern der Schutz vor Aggression.

Kurz nach der Rede versuchte ein Sprecher Klitschkos, die entstehende Aufregung um die unglückliche Bitte zu relativieren: "Es liegt an seinem Deutsch. Aufgrund seines schlechten Deutschs hat er sich missverständlich ausgedrückt." Klitschko habe nur zum Ausdruck bringen wollen, dass Deutschland die Ukraine mit den Erfahrungen unterstützen solle, die es nach dem Fall der Mauer und der Wiedervereinigung gesammelt habe.

Die Mauer soll nach den Plänen der ukrainischen Regierung bis zu 2300 Kilometer lang werden. Zudem solle es auf knapp 1500 Kilometer Länge einen Graben geben. Deutschland war von 1961 bis 1989 durch eine Mauer (Berlin) beziehungsweise einen Zaun getrennt. Dieses fast unüberwindliche Hindernis hatte die DDR errichtet.

Quelle: n-tv.de

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