Saudischer Herrscher totKönig Fahd gestorben
Der saudiarabische König Fahd ist tot. Das teilte der Hof in einer offiziellen Erklärung im Staatsfernsehen mit. Kronprinz Abdullah wurde sofort zum König ernannt.
Saudi-Arabiens König Fahd ist in einem Krankenhaus in Riad gestorben. "Der königliche Hof betrauert mit tiefem Schmerz, dass der Wächter der zwei Heiligen Moscheen, König Fahd, nach einer Erkrankung gestorben ist", hieß es in einer im staatlichen Fernsehen verlesenen offiziellen Erklärung. Der König von Saudi-Arabien trägt zusätzlich den Titel "Hüter der Heiligen Stätten (des Islam in Mekka und Medina)".
Gemäß der Thronfolge sei sein Halbbruder, Kronprinz Abdullah, zum Nachfolger ernannt worden. Verteidigungsminister Prinz Sultan steigt zum Kronprinzen auf. Abdullah hatte die täglichen Regierungsgeschäfte nach einem Schlaganfall Fahds bereits seit rund zehn Jahren geführt. Im Mai dieses Jahres war Fahd mit Fieber und Wasser in den Lungen in ein Krankenhaus eingeliefert worden.
An den Derivatemärkten stiegen die Ölpreise nach der Nachricht vom Tod des Königs. US-Öl zur Lieferung im September verteuerte sich um fast 50 Cent auf mehr als 61 Dollar pro Barrel. Saudi-Arabien ist der weltgrößte Erdöl-Exporteur und das einflussreichste Mitglied der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec). Wie aus Regierungskreisen verlautete, will Saudi-Arabien auch nach dem Tod Fahds an seiner langfristigen Öl-Politik festhalten und zu einer ausreichenden Versorgung der Märkte beitragen, um die Preise zu stabilisieren.
Am 27. Mai war der vermutlich 83-jährige Fahd mit akuter Lungenentzündung in ein Krankenhaus eingewiesen worden. Fahd ibn Abd al-Asis regierte Saudi-Arabien seit 1982. Zuvor hatte er verschiedene Ministerien geleitet und großen Einfluss auf die Entwicklung der Erdölindustrie. Unter Fahds Herrschaft war Saudi-Arabien einer der engsten Verbündeten der USA in der arabischen Welt. Von dort aus hatten US-geführte Truppen 1991 Kuwait von der Besetzung durch den Irak Saddam Husseins befreit. Das hat der Führung in Riad die Kritik von Moslem-Extremisten eingehandelt, die wiederholt Anschläge in dem Land verübt haben.
Die Arabische Liga hat wegen des Todes von König Fahd ihren für Mittwoch geplanten Sondergipfel im ägyptischen Badeort Scharm el Scheich verschoben. Das gab Generalsekretär Amre Mussa in Kairo bekannt. Mussa sagte, dadurch sollten die arabischen Staatschefs die Gelegenheit erhalten, am Begräbnis des Monarchen teilzunehmen.
Der ägyptische Präsident Husni Mubarak hatte vergangene Woche zu einem Gipfel in dem Badeort eingeladen, in dem Terroristen am 23. Juli 65 Menschen getötet hatten. Bei dem Gipfeltreffen soll es vorrangig um Terrorbekämpfung und die Folgen des israelischen Abzugs aus dem Gaza-Streifen gehen.