Politik

Protest gegen InnenministerkonferenzKrawalle in Hamburg bleiben aus

14.11.2010, 08:56 Uhr
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Die Polizei ist gut vorbereitet und sehr präsent. (Foto: dpa)

Scheiben werden eingeworfen, Reifen angezündet, ein paar Flaschen fliegen, doch die befürchteten Krawalle gibt es nicht: Die Proteste gegen die bevorstehende Innenministerkonferenz in Hamburg bleiben weitgehend friedlich.

Im Vorfeld waren die Befürchtungen groß: Die Polizei hatte sich auf Ausschreitungen eingestellt und sich mit einem starken Aufgebot auf mögliche Krawalle vorbereitet. Doch die Proteste gegen die bevorstehende Innenministerkonferenz Ende kommender Woche in Hamburg verliefen am Samstag weitgehend friedlich.19 Randalierer seien in Gewahrsam genommen worden, sagte ein Polizeisprecher. Ein paar Scheiben gingen zu Bruch, Reifen wurden angezündet und Flaschen flogen auf Polizisten. In der Nacht sei es ruhig geblieben.

Am Donnerstag und Freitag kommen die Innenminister von Bund und Ländern in Hamburg zu ihrer Herbstsitzung zusammen. Linke Gruppen haben deshalb zu Protesten in der Hansestadt aufgerufen. Am Samstagnachmittag hatten in der Innenstadt rund 1000 Menschen gegen staatliche Repression und die Ausländerpolitik in Deutschland protestiert.

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Die Demonstration im Schanzenviertel verläuft wider Erwarten relativ friedlich. (Foto: dpa)

Am Abend zogen nach Schätzungen der Polizei etwa 1900 Demonstranten vom Gänsemarkt in Richtung Schanzenviertel. Die Grundstimmung sei aggressiv gewesen, hieß es. Vereinzelt seien Flaschen geworfen worden. Scheiben gingen im Gebäude des Axel Springer Verlages, bei der Staatsanwaltschaft sowie im Büro eines Rechtsanwaltes zu Bruch.

Im benachbarten Stadtteil Ottensen beschmierten rund 50 Vermummte nach Polizeiangaben einen Lieferwagen, zerstörten die Scheibe einer Sparkassenfiliale und bewarfen Beamte mit Böllern. In der Nähe des Fischmarktes zündeten Krawallmacher außerdem Altreifen auf der Straße an.

Noch vor Erreichen des Ortes der Abschlusskundgebung der abendlichen Demonstration lösten die Organisatoren aus Protest gegen polizeiliche Maßnahmen - wie etwa das Filmen des Zuges - die Versammlung auf. Davor hatte die Polizei den Zug bereits gestoppt, weil die Demonstranten gegen Auflagen verstoßen hatten.

Quelle: dpa