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Das Asylrecht gelte bei Verfolgung, nicht bei Armut, betonte auch der hannoversche evangelische Landesbischof, Ralf Meister.
Das Asylrecht gelte bei Verfolgung, nicht bei Armut, betonte auch der hannoversche evangelische Landesbischof, Ralf Meister.(Foto: picture alliance / dpa)

Ziel: Weniger Balkan-Einwanderer: Landespolitiker fordern strengere Asylregeln

Von CDU bis Grünen sind sich ausnahmsweise einmal alle einig: Landespolitiker wollen den Zuzug von Menschen vom Balkan begrenzen. Der Städte- und Gemeindebund fordert eine Visumspflicht, Hessens Ministerpräsident Bouffier ein Ende der Geldleistungen.

Angesichts der steigenden Zahl von Asylbewerbern vom Westbalkan fordern Landespolitiker neue Maßnahmen, um den Zuzug zu begrenzen. Der Hauptgeschäftsführer des Städte- und Gemeindebunds, Gerd Landsberg, fordert die Wiedereinführung der Visumspflicht für die Länder der Region sowie die Ausweitung der Liste sicherer Herkunftsstaaten. "Die Einführung einer Visumspflicht kann ein Schritt sein, die Zuzugszahlen zu begrenzen", sagte er der "Welt".

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Landsberg bekräftigte zugleich die Forderung, Albanien, Montenegro und das Kosovo als sichere Herkunftsstaaten einzustufen, "damit aussichtslose Asylanträge rascher bearbeitet werden können". Asylanträge von Bürgern aus sicheren Herkunftsstaaten werden in der Regel als "offensichtlich unbegründet" abgelehnt, da in solchen Staaten eine politische Verfolgung als ausgeschlossen gilt. Serbien, Mazedonien und Bosnien wurden bereits zu sicheren Herkunftsstaaten deklariert. Zuletzt wurden zunehmend Forderungen laut, auch Albanien, Montenegro und das Kosovo als solche einzustufen.

Kretschmann: Bin offen für sinnvolle Maßnahmen

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann schloss dies in einem Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" nicht grundsätzlich aus. Dafür müsse aber das Bundesinnenministerium nachweisen, dass die Einstufung von Serbien, Mazedonien und Bosnien als sichere Herkunftsländer zum deutlichen Rückgang der Asylbewerberzahlen geführt habe, forderte Kretschmann. "Für sinnvolle Maßnahmen, für die sich eine Wirkung nachweisen lässt, bin ich immer offen." Der Grünen-Politiker hatte trotz Vorbehalten seiner Partei im Bundesrat für die Einstufung der drei Balkanstaaten als sichere Herkunftsländer gestimmt.

Kretschmann plädierte zugleich dafür, die legale Einwanderung aus der Region zu erleichtern. Um den Migrationsdruck zu mindern, sollte ein "maßgeschneidertes Einwanderungsangebot" gemacht werden, sagte Kretschmann. "Wir könnten Einwanderungskorridore für die hiesigen Mangelberufe, etwa für das Pflegepersonal, schaffen." Der Westbalkan gehöre zu Europa und müsse stabilisiert werden.

Bouffier: Seehofer hat recht

Hessens Ministerpräsident Bouffier regte an, Flüchtlingen statt Taschengeld nur noch Sachleistungen zu geben, um die Attraktivität Deutschlands für Einwanderer zu senken. Ein Lehrer aus Albanien etwa bekomme in Deutschland "in drei, vier, fünf Monaten" mehr Geld, als er "in zwei oder drei Jahren zu Hause" verdienen könne, sagte der CDU-Politiker dem Sender HR-Info. Der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer habe recht, wenn er sage, dass die staatlichen Leistungen attraktiv für Flüchtlinge seien.

Der nordrhein-westfälische Innenminister Ralf Jäger sagte der "Rheinischen Post" er habe in einem Brief Bundesinnenminister Thomas de Maizière gebeten, ähnlich wie zu Jahresbeginn im Kosovo auch in Albanien, Serbien und Montenegro der Bevölkerung klarzumachen, "wie aussichtslos es ist, sich auf den Weg nach Deutschland zu machen". Die Leute fielen auf Versprechungen von Schleppern herein, verkauften ihr letztes Hab und Gut und müssten dann wieder zurückkehren, so der SPD-Politiker.

Der hannoversche evangelische Landesbischof Ralf Meister nannte Forderungen nach offenen Grenzen "Unfug". Das Asylrecht gelte bei Verfolgung, nicht bei Armut, sagte Meister der "Neuen Presse". Kosovaren oder Albaner hätten damit keinen Asylanspruch. Es sei eine "Illusion" zu glauben, "alle Menschen könnten nach Deutschland kommen und einen Asylantrag stellen". Zugleich betonte er, Deutschland könne noch mehr Flüchtlinge aufnehmen. "Die Aufnahme bedrohter Menschen gehört zu den Kennzeichen einer humanen Gesellschaft", sagte Meister.

Quelle: n-tv.de

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