Politik
Gleichgeschlechtliche Paare dürfen sich in Liechtenstein registrieren lassen - heiraten dürfen sie nicht.
Gleichgeschlechtliche Paare dürfen sich in Liechtenstein registrieren lassen - heiraten dürfen sie nicht.(Foto: picture alliance / dpa)

"Stimme des Volkes" gescheitert: Liechtenstein für Homo-Ehe

In Liechtenstein stimmen in einem Referendum 70 Prozent für eine Registrierung von gleichgeschlechtlichen Paaren. Diese sind ab 1. September Verheirateten steuerrechtlich gleichgestellt. Samenspende und Leihmutterschaft schließt das Gesetzt jedoch aus.

Mit großer Mehrheit haben sich die Liechtensteiner für ein Partnerschaftsgesetz ausgesprochen, das gleichgeschlechtlichen Paaren eine Registrierung ihrer Beziehung ermöglicht. Fast 70 Prozent stimmten bei einem Referendum für das Gesetz, wie die Schweizer Nachrichtenagentur SDA meldet. Insgesamt waren 16.000 Einwohner des Fürstentums zu dem Referendum aufgerufen, die Wahlbeteiligung lag bei 74,2 Prozent. Ab 1. September können sich damit gleichgeschlechtliche Paare registrieren lassen. Für sie gilt dann dasselbe Steuer-, Erb- und Sozialversicherungsrecht wie für Verheiratete.

Das Parlament von Liechtenstein hatte das auf dem Schweizer Modell basierende Gesetz im März beschlossen. Adoptionen und die Anwendung von fortpflanzungsmedizinischen Verfahren wie Samenspende oder Leihmutterschaft schließt das Gesetz allerdings aus. In der Schweiz gilt die entsprechende Regelung seit 2007.

Die Volksinitiative "Vox Populi", zu Deutsch: Stimme des Volkes, die die Gegner des Gesetzes in Liechtenstein vereinigt, hatte das Referendum initiiert. Ihrer Ansicht nach schwächt das Partnerschaftsgesetz die Familien von heterosexuellen Paaren. Regierungschef Klaus Tschütscher sprach dagegen von einem "Zeichen für Gerechtigkeit und Toleranz".

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen