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Fährt Linke-Chefin Katja Kipping jetzt die Ernte ein?
Fährt Linke-Chefin Katja Kipping jetzt die Ernte ein?(Foto: dpa)

SPD kommt nicht in Schwung: Linke zweistellig, Grüne sacken ab

Der "Stern-RTL-Wahltrend" zeigt: Die Mehrheit der Deutschen tickt zurzeit nicht links, sondern schwarz-gelb. Merkel, Seehofer und Rösler könnten weitermachen wie bisher. Aufwärts geht es für die Linke - auf Kosten der Grünen.

Mindestlohn, Umverteilung, Mietersicherheit: Die Linkspartei scheint mit ihren Themen nun Boden gut zu machen - lange hat es gedauert. Laut dem jüngsten "Stern-RTL-Wahltrend" können die dunkelroten Genossen in der Sonntagsfrage deutlich zulegen. 10 Prozent der Wähler würden ihr Kreuz bei Gysi, Wagenknecht & Co machen, das ist im Vergleich zur Vorwoche ein Plus von 2 Prozentpunkten. Die Partei erreicht damit erstmals in diesem Jahr einen zweistelligen Zustimmungswert.

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Das untersuchende Meinungsforschungsinstitut Forsa sieht gleichzeitig den Versuch der Grünen, sich neben den Themen Umwelt, Frauen und Frieden auch mit dem Thema der sozialen Gerechtigkeit zu profilieren, misslingen. Gerade Spitzenkandidatin Katrin Göring-Eckardt steht für diesen Kurs, sie hatte zuletzt immer wieder die Arm-Reich-Problematik und die Mängel im Hartz-IV-System angesprochen. Der Wähler jedoch zieht da nicht mit. Die Grünen geben 2 Prozentpunkte ab und erreichen nur noch 11 Prozent – der schlechteste Wert seit Beginn des Jahres.

Bei den anderen Parteien ist weniger Bewegung drin. Die Union ist unvermindert stark: 41 Prozent erreicht die Merkel-Truppe, genau so viel wie in der Vorwoche. Auch die SPD bleibt stehen. Wieder sind es nur 22 Prozent, die die Sozialdemokraten wählen würden. Die FDP hingegen muss einen Verlust verpacken. Die Liberalen verlieren von ihrem Jahreshoch in der letzten Woche wieder 1 Prozentpunkt und schaffen es nur noch auf 5 Prozent. Schwer haben es weiterhin die AfD und die Piraten. Beide Parteien landen erneut nur bei 3 Prozent und wären damit klar an der Zugangshürde zum Parlament gescheitert.

Rechnerisch geht viel

Schwarz-Gelb liegt also insgesamt mit 46 Prozent 3 Prozentpunkte vor einem linken Lager aus SPD, Grünen und Linkspartei. Bleibt die Prozentverteilung bei der Bundestagswahl am 22. September so wie in der aktuellen Umfrage, würden einer Regierungskoalition 44,5 Prozent zur Mehrheit reichen - Kanzlerin Angela Merkel und ihr Vize Philipp Rösler könnten weitermachen. Rein rechnerisch hätte allerdings Schwarz-Grün ebenfalls eine ausreichende Mehrheit mit 52 Prozent. Die Große Koalition hätte 63 Prozent der Stimmen im Rücken.

Angesichts der Stärke der Union fragte Forsa diesmal auch nach dem Eindruck, den die Stimmberechtigten von deren Wahlkampf haben. Immerhin 61 Prozent finden ihn fair und verständlich. Allerdings hält ihn nur ein Drittel für bürgernah und glaubwürdig. 26 Prozent denken, dass der Unionswahlkampf überzeugend ist. 49 Prozent der Bürger sind dabei der Ansicht, dass die Kanzlerin die Sorgen und Probleme der normalen Bürger kennt. 47 Prozent finden, dass sie dazu keinen Bezug hat.

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Quelle: n-tv.de

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