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Großfeuer im Norden von Leipzig: Die Brandwache verlässt den Tatort, Kriminalpolizei und Staatsschutz ermitteln.
Großfeuer im Norden von Leipzig: Die Brandwache verlässt den Tatort, Kriminalpolizei und Staatsschutz ermitteln.(Foto: dpa)

Bundeswehrfahrzeuge zerstört: Linksextreme bekennen sich zu Lkw-Anschlag

Der Brandanschlag auf Fahrschul-Lkw der Bundeswehr bei Leipzig ist offenbar das Werk von linksautonomen Tätern: Einen Tag nach dem Feuer unweit des Flughafens taucht im Internet ein anonymer Bekennerbrief auf.

Nach dem Brandanschlag auf Lastwagen und Anhänger im Norden von Leipzig halten die Ermittler von Kriminalpolizei und Staatsschutz neue Hinweise in Händen: In einem Bekennerschreiben erklären bislang unbekannte Verfasser, sie hätten mit dieser Tat "Verantwortung übernommen" und "Militärgerät in Leipzig entsorgt".

"Wir haben einen Teil zur Abrüstung deutscher Großmachtträume beigetragen und in Leipzig mehrere Fahrzeuge der Bundeswehr abgefackelt", heißt es in einem Schreiben, das auf der Internetplattform Indymedia.org veröffentlicht wurde. "Deutsches Militär und deutsches Kapital anzugreifen ist praktische Herrschaftskritik, ist praktischer Antifaschismus", begründen die Brandstifter ihre Tat. Unterschrieben ist der Text von einer offensichtlich fiktiven Organisation namens "Autonome Gruppe Joachim Gauck und Ursula von der Leyen".

"Militarisierte Migrationsabwehr"

Die "Gründe", die zu der Tat geführt hätten, seien "bekannt", behaupten die Autoren des Schreibens. Erwähnt werden Stichworte wie "Afghanistan: Kundus", "Mali: Neokolonialismus" sowie eine "militarisierte Migrationsabwehr" in der Ägäis und Syrien.

Bei dem Feuer waren in der Nacht auf Mittwoch insgesamt acht Lkw und zwei Anhänger auf dem Gelände einer Werkstatt in Flammen aufgegangen. Sechs Fahrzeuge davon - fünf Lkw und ein Anhänger - gehörten zu den Beständen der Bundeswehr. Eine Einheit aus der Region hatte die Bundeswehr-Lkw zur Inspektion auf dem umzäunten Parkplatz eines zivilen Vertragspartners abgestellt.

Anschlagsserie in Leipzig?

Das Feuer hinterließ umfangreiche Sachschäden: Mehrere Lkw brannten komplett aus. Beschädigt wurden daneben auch zwei Wassertank-Fahrzeuge einer Firma aus Markranstädt bei Leipzig. Aufgrund der Umstände gingen Polizei und Feuerwehr früh von Brandstiftung aus. Die Höhe des Schadens liegt im sechsstelligen Bereich.

"Was hier kaputt gemacht wird, kann woanders keine Menschenleben zerstören", heißt es im Bekennerschreiben wörtlich. Den Angaben der Behörden zufolge handelte es sich bei den ausgebrannten Lkw allerdings lediglich um Fahrschul-Fahrzeuge ziviler Bauart. Applaus handelten sich die Brandstifter mit ihrer Tat selbst in der linken Szene nicht ein.

"Wie lächerlich"

Nutzer der Plattform bei Indymedia.org warfen den Verfassern des Bekennerschreibens eine stark vereinfachte Weltsicht vor: "Anstatt komplexe Dinge differenziert zu betrachten, kann Mensch ja auch zündeln gehen", heißt es zum Beispiel in einem Kommentar unter dem Beitrag. "Geleaste Fahrschulfahrzeuge anzuzünden schadet der Bundeswehr sicherlich immens", schreibt ein anderer Nutzer. "Angriff auf deutsches Militär? Wie lächerlich."

"Wir gehen von einem politischen Hintergrund aus und nehmen die Sache ernst", erklärte ein Polizeisprecher der "Mitteldeutschen Zeitung". Deshalb sei auch von Beginn an der Staatsschutz eingeschaltet worden. Es gebe Parallelen zu zwei früheren Brandanschlägen auf Autos des Ordnungsamtes sowie des Hauptzollamtes, erklärte die Leipziger Polizei. Auch in diesen Fällen hatten sich Linksautonome zu den Bränden bekannt. Ob die Taten tatsächlich in einem Zusammenhang stehen, ist noch ungeklärt.

Quelle: n-tv.de

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