Politik
Video

"Eine hässliche Politik": Lucke findet AfD-Vorschläge unerträglich

Einst war er der Gründer und Vorsitzende der Partei, jetzt übt Bernd Lucke scharfe Kritik an der AfD: Die Vorschläge zum Umgang mit Flüchtlingen seien "unmenschlich und nicht zu ertragen". Ein Politik-Experte spricht von einem klaren Eigentor.

Nach den AfD-Äußerungen zu einem Waffeneinsatz gegen Flüchtlinge an der Grenze hat Bernd Lucke den Kurs der einst von ihm gegründeten Partei scharf kritisiert. "Der Umgang der AfD mit Flüchtlingen ist inhuman, unmenschlich und nicht zu ertragen", sagte Lucke der "Augsburger Allgemeinen". Die Alternative für Deutschland verfolge "eine hässliche Politik, sie will die Leute nicht in Deutschland haben". Er attackierte seine früheren Weggefährten Frauke Petry und Alexander Gauland. "Sie haben dieser Radikalisierung keinen Einhalt geboten, sondern sie auch noch befördert."

Lucke hatte die AfD im Juli verlassen, nachdem er als Parteichef abgewählt worden war. Gemeinsam mit anderen AfD-Mitgliedern, die sich über den "Rechtsruck" in der Partei empörten, gründete er die Allianz für Fortschritt und Aufbruch (Alfa).

Der Politikwissenschaftler Eckhard Jesse hält die Äußerungen für ein "Eigentor". "Es schadet der AfD. Jetzt gerät sie massiv in die Defensive", sagte der Extremismusforscher. Jesse hält die Äußerungen von Frauke Petry, der Vorsitzenden der rechtspopulistischen Alternative für Deutschland, nicht für Strategie. "Mit diesem Thema kann man keine Punkte sammeln."

Petry hatte dem "Mannheimer Morgen" gesagt, Polizisten müssten illegalen Grenzübertritt verhindern, und dabei "notfalls auch von der Schusswaffe Gebrauch machen. So steht es im Gesetz". Ihre Stellvertreterin Beatrix von Storch legte später auf Facebook nach. Jesse geht davon aus, dass sich Petry im Interview aufgrund "hartnäckiger Fragen" zu dieser Aussage hat hinreißen lassen. "Das war kein Kalkül", sagte er. "Stichwort Waffen oder Schießbefehl: Ob die Worte so gefallen sind oder nicht - das kommt bei der Bevölkerung gar nicht gut an."

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen