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Wer sich intensiv für Waffen interessiert, sich aber nur kurz verpflichten möchte, erregt die Aufmerksamkeit des MAD.
Wer sich intensiv für Waffen interessiert, sich aber nur kurz verpflichten möchte, erregt die Aufmerksamkeit des MAD.(Foto: picture alliance / dpa)

Bis zu 80 Dschihadisten in der Truppe: MAD enttarnt Islamisten in der Bundeswehr

Immer wieder versuchen potenzielle Terroristen und Extremisten, die Bundeswehr zu unterwandern. Sobald sich Anwärter für den Dienst an der Waffe ausdrücklich für eine intensive Geräteausbildung interessieren, aber nur kurz dienen wollen, horcht der militärische Geheimdienst auf - offenbar mit Erfolg.

Islamisten bewerben sich einem Medienbericht zufolge gezielt bei der Bundeswehr, um dort eine militärische Ausbildung zu erhalten. Der Militärische Abschirmdienst (MAD) habe 20 Islamisten in der Truppe enttarnt und verfolge 60 weitere Verdachtsfälle, berichteten die Zeitungen der Funke Mediengruppe unter Berufung auf den Militärgeheimdienst.

Aus den Rekrutierungsbüros seien "einzelne Anfragen von Bewerbern bekannt, die sich in auffälliger Weise für den Dienst in der Bundeswehr interessieren, einen Verpflichtungswunsch von nur wenigen Monaten äußern und sich ausdrücklich für eine intensive Waffen- und Geräteausbildung interessieren", teilte der MAD demnach mit.

Das Bundeskabinett hatte Ende August beschlossen, dass der MAD als Maßnahme gegen Islamisten und andere Extremisten künftig alle Bewerber auf eine Stelle bei der Bundeswehr überprüfen soll. Mit der geplanten Änderung des Soldatengesetzes will die Regierung "angemessen auf die veränderte Sicherheitslage reagieren und einen Missbrauch der Bundeswehr als Ausbildungseinrichtung für potenzielle Terroristen, Extremisten und Schwerkriminelle verhindern", sagte damals ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums.

Das Soldatengesetz erlaubt bisher eine Sicherheitsüberprüfung erst nach einer Anstellung. Die Gesetzesänderung soll 2017 in Kraft treten. Die Bundeswehr habe von 2007 bis 2016 insgesamt 24 Bundeswehr-Angehörige mit islamistischem Hintergrund erkannt, hieß es Ende August.

Quelle: n-tv.de

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