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Alltag im Südosten der Türkei: Seit Wochen kommt es zu schweren Gefechten zwischen der Armee und PKK-Anhängern.
Alltag im Südosten der Türkei: Seit Wochen kommt es zu schweren Gefechten zwischen der Armee und PKK-Anhängern.(Foto: AP)

Kämpfe in der Türkei: Mehr als 30 kurdische Rebellen getötet

Viele Kämpfer sollen sich in einem Haus im südostanatolischen Van verschanzt haben. Seit Freitag starben Dutzende Aufständische, ein Polizist und ein Soldat.

Im Südosten der Türkei herrschen bürgerkriegsähnliche Verhältnisse. Bei Gefechten in den unter Ausgangssperre stehenden Gebieten sind nach Armeeangaben mindestens 30 Kämpfer der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK getötet worden. Zwölf Kämpfer kamen nach Informationen aus Sicherheitskreisen in der Nacht zum Sonntag in der südostanatolischen Stadt Van ums Leben. Sie hätten sich in einem Haus verschanzt. Bei dem Einsatz kam demnach auch ein Polizist ums Leben. Die Behörden hätten anschließend 30 Granaten, zwölf Gewehre und ein Maschinengewehr sichergestellt.

Am Samstag hatte die Armee zudem erklärt, dass bei Einsätzen in Diyarbakir und Cizre nahe der syrischen Grenze seit Freitag 18 Aufständische getötet worden seien. Ein Soldat wurde demnach erschossen und mehrere verletzt.

Seit dem Ende eines Waffenstillstands im Juli kommt es im Südosten der Türkei vermehrt zu Zusammenstößen zwischen Kämpfern der PKK und der Armee. Besonders stark betroffen sind die Städte Cizre und Silopi nahe der syrischen und irakischen Grenze sowie der Altstadtbezirk Sur der größten Stadt der Region, Diyarbakir. In Sur gilt seit dem 2. Dezember eine Ausgangssperre, in Cizre und Silopi seit dem 14. Dezember. Van ist von den von Menschenrechtlern kritisierten Ausgangssperren nicht betroffen.

Nach Militärangaben wurden seit Beginn der Offensive allein in diesen Orten mehr als 450 Aufständische getötet - wobei Kritiker anmerken, dass oft nicht geklärt sei, ob es sich bei den Getöteten ausschließlich um kurdische Kämpfer handelt und nicht möglicherweise auch um Zivilisten. Die PKK, die auch in der EU und den USA als terroristische Organisation gilt, kämpft seit Jahrzehnten für mehr Autonomie. Zehntausende Menschen kamen dabei ums Leben.

"Wir sind alle Sakine, Fidan und Leyla"

Tausende Kurden forderten derweil in Paris Gerechtigkeit für drei Anfang 2013 in der französischen Hauptstadt ermordete Aktivistinnen. "Wir sind alle Sakine, Fidan und Leyla", riefen die Demonstranten bei ihrem Marsch durch Paris. Die 54-jährige Sakine Casiz, die zu den Mitgründern der PKK gehörte, war am 9. Januar 2013 zusammen mit der 28-jährigen Fidan Dogan und der 24 Jahre alten Leyla Soylemez ermordet worden.

Die Organisatoren sprachen von 10.000 Teilnehmern, während die Polizei deren Zahl mit 7000 angab. Die Demonstranten riefen Parolen gegen die "Verbrechen des türkischen Regimes" und warfen dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan vor, die Kurden zu "massakrieren".

Quelle: n-tv.de

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