Politik

Berlusconi fühlt sich beleidigt: Merkel dementiert Entschuldigung

Am Rande des Euro-Gipfels in Brüssel kommt es zwischen Italien und Deutschland zu einer ordentlichen Kommunikationspanne. Während Premier Berlusconi im italienischen Fernsehen behauptet, die Kanzlerin habe sich bei ihm entschuldigt, lässt Merkel das dementieren.

Berlusconi und Merkel in Brüssel: "Open talks among friends."
Berlusconi und Merkel in Brüssel: "Open talks among friends."(Foto: REUTERS)

Die deutsch-italienische Kommunikation ist in Brüssel alles andere als Rund gelaufen. Nach Angaben von Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi hat sich Bundeskanzlerin Angela Merkel bei ihm für Kritik an Italien entschuldigt - doch die Bundesregierung wies diese Darstellung umgehend zurück.

"Frau Merkel kam zu mir, um mir ihre Entschuldigung anzubieten und ausdrücklich zu sagen, dass sie keine Absicht habe, unser Land zu beleidigen", sagte Berlusconi in einer italienischen TV-Sendung, zu der er sich am Mittwochabend während einer Pause beim EU- und Euro-Gipfel in Brüssel telefonisch zuschalten ließ.

"Es gab keine Entschuldigung der Kanzlerin, weil es keinen Grund für eine Entschuldigung gab", teilte Merkel-Sprecher Steffen Seibert in einer auf Englisch verfassten Mitteilung über den Kurznachrichtendienst Twitter mit: "No apology from the Chancellor because there was nothing to apologise for. Berlusconi + Merkel have good, open talks among friends", schrieb er.

Italien fühlt sich brüskiert

Hintergrund ist der in Italien entstandene Eindruck, Merkel habe sich zusammen mit Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy auf der Pressekonferenz des Eurozonen-Gipfels am Sonntag über Italien lustig gemacht. Beide hatten nachdrücklich gefordert, dass Italien weitere Reformanstrengungen unternehmen müsse, um den hohen Schuldenstand des Landes abzubauen. Auf die Frage nach der Reaktion des italienischen Regierungschefs lächelten sich beide zunächst nur vielsagend an.

Er habe keine Gelegenheit gehabt, in Brüssel auch mit Sarkozy zu sprechen, betonte Berlusconi in der Fernsehsendung. Nach dem Treffen mit Merkel und Sarkozy hatte er sich zudem "Lektionen" verboten. Außenminister Franco Frattini beschwerte sich: "Gesten und Äußerungen, die unser Land lächerlich machen, sind nicht angemessen."

Bilderserie
Video

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen