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Das Geld soll unter anderem 172.000 Kindern den Schulbesuch ermöglichen.
Das Geld soll unter anderem 172.000 Kindern den Schulbesuch ermöglichen.(Foto: REUTERS)

EU erhöht Hilfen für Kriegsopfer: Merkel warnt vor neuer Fluchtwelle

Die Bekämpfung der Fluchtursachen ist wesentlicher Teil der EU-Strategie, um die Zahl der Flüchtlinge zu reduzieren. Für Syrer und Iraker im Nahen Osten soll mehr als eine halbe Milliarde Euro fließen. Die Kanzlerin warnt, dass das immer noch nicht reiche.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat davon gewarnt, dass wegen der Unterversorgung der Bürgerkriegsflüchtlinge in den syrischen Nachbarländern die Flüchtlingszahlen in Europa wieder hochschnellen könnten. Das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR sei noch zu fast 50 Prozent unterfinanziert. Dies sei "nicht akzeptabel", sagte Merkel. Durch die fehlende Finanzierung "droht wieder die Flucht von sehr vielen Menschen". Die Flüchtlingslager müssten deswegen mehr Unterstützung erhalten.

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Derweil hat die Europäische Union gut eine halbe Milliarde Euro Hilfsgelder für die Opfer der Krisen in Syrien und dem Irak sowie für die Aufnahme von Flüchtlingen in den benachbarten Staaten freigegeben. Dazu werde unter anderem ein bereits im September angekündigtes Hilfspaket um 60 Millionen auf jetzt 200 Millionen Euro erhöht, sagte der für humanitäre Hilfe zuständige EU-Kommissar Christos Stylianides. Aus dem schon vor einem Jahr gegründeten Treuhandfonds der EU sollen rund 350 Millionen Euro für die Flüchtlinge im Libanon, in der Türkei, in Jordanien und im Irak fließen.

Mit dem Geld soll unter anderem über große Hilfsorganisationen den Menschen in Syrien und im Irak ebenso geholfen werden wie den Flüchtlingen aus diesen Ländern. Alleine 140 Millionen Euro sollen dazu dienen, dass rund 172.000 Flüchtlingskinder in diesen Ländern in Schulen gehen können.

"Innerhalb kurzer Zeit haben wir das größte einzelne Hilfspaket der EU auf den Weg gebracht", sagte der für Nachbarschaftspolitik zuständige EU-Kommissar Johannes Hahn. 130 Millionen Euro sollen dazu beitragen, dass vor allem besonders arme Flüchtlinge wieder eine Perspektive für ihr künftiges Leben bekommen, beispielsweise durch Berufsausbildung. So sollen die direkte Abhängigkeit von Hilfslieferungen verringert und Spannungen zwischen den Flüchtlingen und ihren Gastgemeinden abgebaut werden.

Nach Angaben der EU benötigen rund 13,5 Millionen Menschen in Syrien Hilfe, von denen die Hälfte im eigenen Land vertrieben ist. Hinzu kommen 4,2 Millionen Flüchtlinge außerhalb der Landesgrenzen. Im Irak seien 8,6 Millionen Menschen dringend hilfsbedürftig.

Erstmals weniger Mittelmeer-Überquerungen

Am Wochenende war die Zahl der registrierten Flüchtlinge an den deutschen Außengrenzen erstmals seit Wochen spürbar zurückgegangen. Im November nahm auch die Zahl der über das Mittelmeer nach Europa kommenden Flüchtlinge um mehr als ein Drittel ab. Wie das UNHCR bekanntgab, wagten im November etwa 140.000 Flüchtlinge die gefährliche Überfahrt. Dies seien 36,5 Prozent weniger als im Oktober, als noch mehr 220.000 Menschen über das Mittelmeer flohen.

Es war den Angaben zufolge das erste Mal in diesem Jahr, dass im Monatsvergleich ein Rückgang zu verzeichnen war. Als Ursachen für die Entwicklung nannte das UNHCR den Wintereinbruch und den erhöhten Druck auf Schleuser in der Türkei.

Quelle: n-tv.de

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