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"Deutschland ist erklärtes Ziel": Ministerium warnt vor Terror im Stil von Paris

Noch gilt die Gefahrenlage als "abstrakt". Laut Innenministerium ist Deutschland jedoch ein "erklärtes und tatsächliches Ziel dschihadistisch motivierter Gewalt". Bekannt ist auch, auf welche Weise ein solcher Anschlag stattfinden könnte.

Das Bundesinnenministerium hat bereits Anfang Dezember 2015 vor Anschlägen in Deutschland nach dem Muster der Attentate von Paris gewarnt. Das berichtet die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf den Bericht des Bundesinnenministeriums (BMI) zur Sicherheitslage in Deutschland. Darin hieß es schon damals: "Deutschland ist erklärtes und tatsächliches Ziel dschihadistisch motivierter Gewalt", die "sich jederzeit in Form von Gewalttaten gegen staatliche und zivile Einrichtungen sowie Staatsbedienstete und Zivilpersonen konkretisieren" könne.

Die Ereignisse vom 12. Januar 2016 in Istanbul sind noch nicht Gegenstand des Berichts. Bundesinnenminister Thomas de Maizière hatte stets von einer "abstrakten Gefahrenlage für Deutschland" gesprochen. Auch jetzt geht der CDU-Politiker wieder davon aus, dass sich der Terroranschlag von Istanbul nicht explizit gegen Deutschland oder deutsche Touristen gerichtet habe. Die Deutschen seien eher zufällig Opfer des Anschlags geworden, was diesen nicht weniger grausam und menschenverachtend mache.  

Mehrere Anschläge auf verschiedene Ziele

Konkret warnte der Bericht vor dem Hintergrund der Attentate vom 13. November 2015 in Paris vor ähnlichen Attacken auch hierzulande. Dabei gelten dem Blatt zufolge "multiple, teilweise über mehrere Tage zeitversetzte, Anschläge gegen verschiedene Zielkategorien" mit Hilfe von Schusswaffen, Spreng- und Brandbomben als das wahrscheinlichste Szenario. In dem Bericht heißt es der Zeitung zufolge, dass "Anschläge unter Nutzung von unkonventionellen Spreng- und Brandvorrichtungen" oder "Angriffe mittels Schusswaffen oder sonstigen gefährlichen Gegenständen" am wahrscheinlichsten sind.

Als mögliche Täter gelten laut der Sicherheitsanalyse "Einzeltäter oder autonom agierende Gruppen". Die größte Gefahr geht demnach von ehemaligen Syrien-Kämpfern aus. Laut "Bild"-Zeitung sind mittlerweile mehr als 850 Deutsche für Organisationen wie die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) in den Krieg gezogen. Mehr als 300 davon seien bereits zurückgekehrt. Sie würden laut Geheimdienstexperten als "kampferprobt und komplett verroht" gelten.

Bei den koordinierten Anschlägen des IS in Paris auf einen Konzertsaal, mehrere Cafés und Restaurants sowie vor dem Fußballstadion Stade de France waren 130 Menschen getötet worden.

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Quelle: n-tv.de

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