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Afghanistan und Irak sind für die USA zu einem zweiten Vietnam geworden, findet Philipp Mißfelder.
Afghanistan und Irak sind für die USA zu einem zweiten Vietnam geworden, findet Philipp Mißfelder.(Foto: picture alliance / dpa)

Nein zum Irakkrieg war richtig: Mißfelder lobt Altkanzler Schröder

Es sind späte Beifallsstürme von ungewohnter Seite. Zunächst zollt Bundesarbeitsministerin von der Leyen Altkanzler Schröder Respekt für seine Reformen der Agenda 2010. Jetzt legt ein weiterer Unionspolitiker nach mit Anerkennung für den Sozialdemokraten.

Vor zehn Jahren erntete Schröder noch viel Kritik an seiner Haltung zum Irakkrieg.
Vor zehn Jahren erntete Schröder noch viel Kritik an seiner Haltung zum Irakkrieg.(Foto: picture alliance / dpa)

Der außenpolitische Sprecher der Union im Bundestag, Philipp Mißfelder, findet das umstrittene Nein des damaligen SPD-Kanzlers Gerhard Schröder zum Irak-Krieg inzwischen richtig. Deutschland sei dadurch "zu einer selbstbewussteren Nation" geworden, sagte Mißfelder der "Märkischen Allgemeinen Zeitung". Vor zehn Jahren sei er überzeugt gewesen, dass Deutschland aus Bündnissolidarität an der Seite der Amerikaner stehen sollte. Heute schätze er das anders ein.

Er habe den USA geglaubt, dass der irakische Diktator Saddam Hussein seinerzeit im Besitz von Chemiewaffen war, und habe sich nicht vorstellen können, dass die US-Regierung zweifelhafte Tatsachen verbreitet, räumte Mißfelder ein. "Aber das Vertrauen ist enttäuscht worden." Durch Schröders "Alleingang und sein brachiales Auftreten" habe Deutschland an außenpolitischer Bewegungsfreiheit gewonnen.

Zusammengenommen seien Afghanistan und Irak für die USA "zu einem zweiten Vietnam geworden", sagte Mißfelder. Dies habe dazu geführt, dass sich die Amerikaner jetzt sehr auf die Innenpolitik konzentrierten und kaum noch bereit seien, international militärisch Verantwortung zu übernehmen. Außerdem habe sich "das Bild des Westens in der arabischen Welt nachhaltig zum Schlechteren verändert".

Zuletzt hatte bereits Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen Schröder gelobt. "Ich habe Respekt davor, dass Gerhard Schröder diese wichtige Reform angegangen ist. Deutschland war vor 10 Jahren in punkto Wettbewerbsfähigkeit der kranke Mann Europas." Die "Agenda 2010" habe mehr Flexibilität durchgesetzt und den Arbeitsmarkt in Bewegung gebracht.

Quelle: n-tv.de

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