Politik

Spähattacke gegen Erlanger Student : NSA-Opfer lässt sich nicht einschüchtern

Er ist nur ein kleiner Student und doch interessieren sich die US-Geheimdienste mit ihrer gigantischen Überwachungsmaschinerie für ihn. Nun antwortet der Erlanger Sebastian Hahn auf Fragen im Internet. Er gibt sich kämpferisch.

(Foto: dpa)

Der Erlanger Student Sebastian Hahn will sich trotz NSA-Ausspähung weiter für eine verbesserte Privatsphäre im Internet einsetzen. "Ich fühle mich bestätigt auf meinem Weg. Nur durch aktives Handeln lässt sich unsere Demokratie langfristig verteidigen, Demokratie braucht Privatsphäre und Sicherheit in der Kommunikation", erklärte der 27-jährige Informatik-Student auf seiner Website Fragen.

Hahn betreibt in Nürnberg einen Server für das Anonymisierungsnetzwerk "Tor". Darüber hinaus arbeitet er seit 2008 ehrenamtlich als Programmierer für das Netzwerk. Seit den Enthüllungen durch Edward Snowden sei abzusehen gewesen, dass sich Geheimdienste für die Arbeit von Anonymisierungsnetzwerken interessieren, erklärte Hahn.

Doch das Ausmaß überraschte ihn trotzdem. "Dass es soweit gehen könnte, die Server der Betreiber verdachtsunabhängig zu überwachen, ist eine Qualität, mit der man nicht unbedingt rechnen konnte." Er habe aber bisher keinen Hinweis gefunden, dass über die Überwachung des Servers hinaus eine weitergehende Überwachung - etwa seines privaten Laptops - stattgefunden hat.

Laut Hahn steht sein Server in einem Rechenzentrum in Nürnberg, wo genau, wolle er aber nicht verraten. In dem Anonymisierungsnetzwerk nehme der Server eine besondere Rolle ein, weil er bei der Verwaltung der mehreren tausend anderen Tor-Server helfe. Aus diesem Grunde sei er auch eines der lohnenswertesten Ziele der Überwachung gewesen. "Meine Aktivitäten im Tor-Netzwerk werde ich selbstverständlich fortsetzen, und ich werde weiterhin dafür werben, dass andere es mir gleich tun", erklärte Hahn.

Quelle: n-tv.de

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