Politik
Britische Soldaten nehmen an einer Nato-Übung in Litauen teil.
Britische Soldaten nehmen an einer Nato-Übung in Litauen teil.(Foto: REUTERS)
Montag, 19. Juni 2017

Reaktion auf Ukraine-Konflikt: Nato schließt Verstärkung der Ostflanke ab

Für die Nato ist es eine Reaktion auf russische Aggressionen: Das Bündnis verstärkt die Präsenz in seinen östlichen Mitgliedsländern. Nun ist die Aufstockung abgeschlossen. Mehr Truppen soll es vorerst nicht geben, heißt es.

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg hat bei einem Besuch in Lettland die Verlegung von vier Nato-Bataillonen an die Nato-Ostflanke für vollendet erklärt. "Von heute an ist die Stationierung abgeschlossen", sagte er bei einer Zeremonie auf dem Militärstützpunkt Adazi nahe der Hauptstadt Riga.

Die Nato habe damit das vor einem Jahr auf ihrem Gipfel in Warschau gegebene Versprechen erfüllt, mit dem "das Bündnis verteidigt, Aggression abgeschreckt und der Frieden erhalten" werden sollten, sagte Stoltenberg. Die Nato hatte im Juli 2016 die Entsendung von je etwa 1000 Soldaten in die drei baltischen Länder und Polen beschlossen.

Damit soll auf das gestiegene Sicherheitsbedürfnis der östlichen Bündnispartner im andauernden Ukraine-Konflikt reagiert werden. Eine Verlegung weiterer Truppen an die Nato-Ostflanke schloss Stoltenberg zunächst aus. "Wir haben eine messbar defensive, aber auch ausreichende Präsenz", sagte der Nato-Chef. "Wir sehen keine unmittelbare Bedrohung für irgendeinen Nato-Verbündeten." Russland hatte die Stationierung von Nato-Soldaten in Osteuropa scharf kritisiert.

"Starke Botschaft der Solidarität"

Die Stationierung des von Kanada angeführten Gefechtsverbandes sei eine "starke Botschaft der Solidarität", sagte Lettlands Präsident Raimond Vejonis. "Dies ist keine einfache Übungsmission, sondern Abschreckung im Einsatz." Zugleich rief er die Nato dazu auf, den Dialog mit Moskau zu suchen. Niemand wolle zum Kalten Krieg zurück, sagte der Staatschef des an Russland angrenzenden Baltenstaats.

Rund 200 Kilometer von der russischen Grenze entfernt sind in Adazi etwa 450 kanadische Soldaten stationiert. Dies sei "Kanadas größte anhaltende militärische Präsenz in Europa seit mehr als einem Jahrzehnt", sagte Verteidigungsminister Harjit Sajjan. Unterstützt werden die kanadischen Truppen in Lettland von Soldaten aus Albanien, Italien, Spanien, Polen und Slowenien.

Deutschland führt die Nato-Truppen in Litauen an, unterstützt etwa von Belgien, den Niederlanden, und Norwegen. Insgesamt sollen in dem Land etwa 1200 Soldaten stationiert werden, davon 450 von der Bundeswehr. In Estland hat Großbritannien die Führung übernommen, in Polen die USA.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen