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Künftig wird es wohl öfter gemeinsame Auftritte geben: Trittin und Göring-Eckardt in Berlin.
Künftig wird es wohl öfter gemeinsame Auftritte geben: Trittin und Göring-Eckardt in Berlin.(Foto: dpa)

Göring-Eckardt und Trittin: Neue Spitze setzt auf Rot-Grün

Trittin und Göring-Eckardt sind das neue Spitzenduo der Grünen. Bei ihrem ersten gemeinsamen Auftritt in dieser Funktion setzten sie ihr Ziel für die nächste Bundestagswahl: Sie wollen mehr Prozentpunkte als 2009 holen und mit der SPD regieren.

Die Basis der Grünen hat überraschend Bundestags-Vizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt und Fraktionschef Jürgen Trittin zum Spitzenduo für die Bundestagswahl 2013 bestimmt. Beide riefen die Partei zur Geschlossenheit im Kampf für einen rot-grünen Wahlsieg über Union und FDP auf. Einen schweren Dämpfer erteilte die Basis Parteichefin Claudia Roth. Auch Fraktionschefin Renate Künast unterlag bei der Urwahl.

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Der Parteilinke Trittin erreichte 71,9 Prozent der abgegebenen gültigen Stimmen, die Realo-Vertreterin Göring-Eckardt 47,3 Prozent. Roth, die im Frühjahr als erste ihren Hut für eine Kandidatur in den Ring geworfen hatte, erhielt nur 26,2 Prozent, Renate Künast 38,6 Prozent. Göring-Eckardt waren im Vorfeld nur Außenseiterchancen eingeräumt worden. Rund 62 Prozent der knapp 60.000 Mitglieder hatten sich beteiligt. 35 065 Stimmzettel waren gültig. Abgegeben werden konnten bis zu zwei Stimmen.

"Wir wollen die Regierung Merkel ablösen und deutlich machen: Es geht jetzt um Grün oder Merkel", sagte Göring-Eckardt beim ersten gemeinsamen Auftritt des Spitzenduos in Berlin. Sie lobte die Urwahl als eine Art von Beteiligung und Demokratie, die es noch nie in Deutschland gegeben habe. Es war die erste Urwahl von Spitzenkandidaten bei einer Partei in Deutschland. Die Grünen wollten eine gerechtere und menschlichere Gesellschaft mit mehr Zusammenhalt, sagte Göring-Eckardt. Auch für die Gleichberechtigung von Mann und Frau wolle sie sich einsetzen.

Trittin bezeichnete das Votum der Basis als Ehre und Herausforderung. "Unsere Wählerinnen und Wähler, die erwarten allerdings, dass wir auf das beste Ergebnis 2009 noch eine Schippe drauflegen." Die Urwahl habe gezeigt: "Die Grünen sind die Mitmachpartei Deutschlands." Nun zähle es, den ökologischen Umbau, die Energiewende und die Regulierung der Finanzmärkte voranzubringen. "Wir Grünen wollen diesem Land wieder Orientierung geben", sagte Trittin. "Wir wollen einen grünen Wandel."

Roth und Künast sollen an vorderster Front mitkämpfen

Trittin und Göring-Eckardt machten deutlich, dass auch Roth und Künast an vorderer Front Wahlkampf machen sollten. Göring-Eckardt: "Es gibt keine Verliererinnen und keine Verlierer." Nun gelte es, zusammenzustehen. Der Wahlkampf werde kein Spaziergang. Sie hoffe auf klare und gute Ergebnisse beim anstehenden Parteitag. Dort wird unter anderem der neue Bundesvorstand gewählt. Zunächst war nicht klar, ob Roth nach ihrer Niederlage bei der Urwahl wieder als Bundesvorsitzende kandidieren würde.

Lemke empfahl die Urwahl anderen Parteien zur Nachahmung. "Grün macht Demokratie lebendig - und Demokratie macht auch Grün lebendig." Hinterzimmerpolitik habe es fortan sehr schwierig.

Beworben hatten sich bei der Urwahl 15 Kandidaten. Auch elf zuvor unbekannte Grünen-Mitglieder hatten sich zur Wahl gestellt. Sie erhielten zwischen 0,3 und 2,4 Prozent.

SPD begrüßt Urwahlergebnis

Lemke wertete den Sieg der 46-Jährigen und des 58-Jährigen als klug: "Die Basis hat sich mit dieser Entscheidung für eine weise Balance zwischen Kontinuität und Erneuerung entschieden." Der ehemalige Umweltminister stehe für das ökologische Profil der Partei. Göring-Eckardt habe sich als Anwältin der Ärmsten und Kämpferin für soziale Gerechtigkeit profiliert.

Der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Fraktion, Thomas Oppermann, sprach von einer guten Wahl. Göring-Eckardt und Trittin seien klasse Redner und gute Wahlkämpfer. "Damit sind wir der Ablösung von Schwarz-Gelb einen großen Schritt näher gekommen", so Oppermann. "Heute ist ein guter Tag für Rot-Grün."

Quelle: n-tv.de

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