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Bei einer großen Parade prahlte die nordkoreanische Führung am Samstag anlässlich des 105. Geburtstags von Staatsgründer Kim Il Sung mit ihrer militärischen Stärke.
Bei einer großen Parade prahlte die nordkoreanische Führung am Samstag anlässlich des 105. Geburtstags von Staatsgründer Kim Il Sung mit ihrer militärischen Stärke.(Foto: imago/Kyodo News)
Sonntag, 16. April 2017

Pjöngjang trotzt Drohungen: Nordkorea provoziert mit neuem Raketentest

Trotz aller Warnungen feuert Nordkorea nur einen Tag nach seiner riesigen Militärparade erneut eine Rakete ab - und überschattet damit den Besuch von US-Vizepräsident Pence in Seoul. Erfolgreich war der Test laut südkoreanischen und US-Angaben nicht.

Nordkorea hat am Sonntag einen neuen Raketentest unternommen, ist damit aber anscheinend gescheitert. Nordkorea habe am Morgen versucht, "einen unbestimmten Raketentyp vom Bereich Sinpo in der südlichen Provinz Hamkyong aus zu testen, aber wir vermuten, dass der Abschuss gescheitert ist", teilte das südkoreanische Verteidigungsministerium mit. Man werde den Raketentest analysieren, um weitere Details zu erfahren.

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Das US-Verteidigungsministerium bestätigte den südkoreanischen Bericht. Nordkorea habe anscheinend versucht, eine ballistische Rakete abzufeuern, diese sei jedoch "fast sofort" nach dem Start explodiert, sagte Dave Benham, ein Sprecher des US-Pazifik-Kommandos, in Washington.

Als Zeitpunkt des Starts wurde 23.21 Uhr deutscher Zeit am Samstag angegeben. Um welche Art von Rakete es sich handelte, ist nicht bekannt.

US-Verteidigungsminister James Mattis teilte wenige Stunden nach dem Vorfall mit: "Der Präsident und sein Militärstab wissen über den jüngsten missglückten Raketenstart Nordkoreas Bescheid. Der Präsident hat dem nichts hinzuzufügen."

Neue Raketen bei Militärparade?

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Weltweit war befürchtet worden, dass die nordkoreanische Führung anlässlich des 105. Geburtstags des Staatsgründers Kim Il Sung eine Rakete oder sogar eine Atomwaffe testen könnte. Bei einer Militärparade in der nordkoreanischen Hauptstadt Pjöngjang waren am Samstag 56 Raketen verschiedener Bauart präsentiert worden, darunter möglicherweise auch eine neue ballistische Interkontinentalrakete.

Der Raketentest überschattet den Besuch von US-Vizepräsident Mike Pence, der an diesem Sonntag in Seoul erwartet wurde. Pence wollte vor dem Hintergrund der verschärften Spannungen um das nordkoreanische Atom- und Raketenprogramm die Solidarität der USA mit dem südkoreanischen Verbündeten bekunden und sich mit US-Soldaten treffen, die in der Pufferzone an der streng bewachten Grenze zwischen Nord-und Südkorea stationiert sind.

Provokationen und Drohungen

Noch am Freitag hatte China angesichts der stark angespannten Lage eindringlich vor neuen Provokationen und Drohungen gewarnt. Alle Seiten sollten Zurückhaltung zeigen und nichts unternehmen, was die Situation noch verschärfen könnte, hatte Außenminister Wang Yi gesagt.

Der Konflikt um das umstrittene nordkoreanische Atomprogramm hatte sich zuletzt verschärft. US-Präsident Donald Trump drohte, die USA seien notfalls zu einem Alleingang bereit, wenn China nicht den Druck auf seine Verbündeten in Pjöngjang erhöhe. Washington kündigte an, wegen der Gefahr aus Nordkorea "militärische Optionen" zu prüfen. Vergangene Woche schickte die US-Armee einen Flugzeugträger und mehrere Kriegsschiffe zur Koreanischen Halbinsel.

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un verschärft seit einiger Zeit die Provokationen gegen den Westen. Allein im vergangenen Jahr ließ er zwei Atomwaffentests vornehmen, gleichzeitig arbeitet die nordkoreanische Führung an der Entwicklung von Langstreckenraketen, mit denen atomare Sprengköpfe bis in die USA getragen werden könnten. Das stalinistisch geführte Land verstößt damit gegen mehrere Resolutionen des UN-Sicherheitsrats.

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Quelle: n-tv.de

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