Politik
(Foto: AP)
Montag, 22. Mai 2017

Kim ordnet Serienproduktion an: Nordkorea will Raketen einsatzbereit machen

Der jüngste nordkoreanische Raketentest war anscheinend ein voller Erfolg. Nun soll der Flugkörper in Serie produziert, mit Atomsprengköpfen bestückt und für den Einsatz stationiert werden.

Nordkorea will nach eigenen Angaben eine neue Mittelstreckenrakete für den Einsatz stationieren. Sie soll mit Atomsprengköpfen bestückt werden können. Machthaber Kim Jong Un habe sich beim Test der Mittelstreckenrakete mit hoher Reichweite vom Typ Pukguksong-2 am Sonntag zufrieden gezeigt, berichteten die Staatsmedien. Er habe sie als erfolgreiche strategische Waffe bezeichnet und "die Aufstellung dieses Waffensystems für den Einsatz" gebilligt.

Laut KCNA waren die Testergebnisse "perfekt". Kim habe die Pukguksong-2 als "sehr genaue" und "erfolgreiche strategische Waffe" bezeichnet und den Einsatz des Waffensystems gebilligt. Die Rakete wird demnach mit Festbrennstoff angetrieben, was eine deutliche Verkürzung der Startphase bedeutet und damit auch den Zeitraum stark verringert, in dem sie abgefangen werden könnte. Kim habe die Serienproduktion der Rakete angeordnet, meldete KCNA.

Die Zeitung "Rodong Sinmun", offizielles Organ des Zentralkomitees der kommunistischen Arbeiterpartei Nordkoreas, brachte Fotos eines lächelnden Kim im Kreise von Mitarbeitern. Weitere Fotos, die demnach von der Rakete aus aufgenommen wurden, zeigten Erdansichten. Kim sei "sehr erfreut" gewesen, diese Bilder zu sehen, berichtete KCNA. Beim Anblick der Bilder habe der Machthaber geäußert: "Die Welt sieht schön aus.".

Dringlichkeitssitzung im Sicherheitsrat

Der Test erfolgte am Sonntag. Nach Angaben der USA und Südkoreas handelte es sich um eine Mittelstreckenrakete, die etwa 500 Kilometer weit flog. Pjöngjang hatte erst eine Woche zuvor eine Mittelstreckenrakete gezündet.

Seit 2006 hat Nordkorea nach eigenen Angaben fünf Atomwaffentests vorgenommen, davon zwei im vergangenen Jahr. Zugleich arbeitet die Führung in Pjöngjang an der Entwicklung von Langstreckenraketen, mit denen atomare Sprengköpfe bis in die USA getragen werden könnten.

Mit seinen Tests verstößt Nordkorea gegen Sanktionen des UN-Sicherheitsrats. Das Gremium hat seine Sanktionen gegen das Land in den vergangenen Jahren mehrfach verschärft. Für Dienstag wurde eine Dringlichkeitssitzung des Rats zu Nordkorea angesetzt.

Nordkorea treibt die Entwicklung von Raketen voran, die nicht nur Südkorea und Japan treffen, sondern auch einen atomaren Sprengkopf bis in die USA tragen können. Die Lage in der Region ist nach zwei weiteren Atomversuchen und zahlreichen Raketentests Nordkoreas seit dem vergangenen Jahr sehr angespannt. US-Präsident Trump drohte mehrfach mit Alleingängen im Atomstreit mit Nordkorea. Auch schloss er einen Militärschlag nicht aus.

Die USA hatten erst von wenigen Tagen nach Berichten südkoreanischer und amerikanischer Medien den Flugzeugträger "USS Ronald Reagan" für Patrouillenfahrten in Gewässern nahe der koreanischen Halbinsel auf den Weg geschickt. Das Schiff könnte sich den Berichten zufolge eventuell später gemeinsam mit der "USS Carl Vinson" an Übungen im Westpazifik beteiligen. Beide Flugzeugträger operierten jedoch nicht in unmittelbarer Nähe, sagte der Sprecher der US-Pazifikflotte.

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Quelle: n-tv.de

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