Dienstag, 06. Oktober 2009
Kotau vor Pekinger Führung: Obama kippt Dalai-Lama-Empfang
Zum ersten Mal seit 18 Jahren wird der Dalai Lama bei einem Besuch in Washington nicht den US-Präsidenten treffen.Barack Obama werde nicht mit dem geistigen Oberhaupt der Tibeter zusammenkommen, wenn dieser ab Montag die US-Hauptstadt besuche, sagte eine Sprecherin des Friedensnobelpreisträgers. Eine Begegnung sei erst nach einem Treffen Obamas mit seinem chinesischen Amtskollegen Hu Jintao im November geplant. Ein Sprecher des US-Regierung bestätigte, dass es kein Treffen geben werde. Der Dalai Lama ist fünf Tage in den USA.
Einem Bericht der "Washington Post" zufolge setzen die USA die Exil-Tibeter unter Druck, um das Verhältnis zu China zu verbessern. Die Sprecherin des Dalai Lama betonte dagegen, der buddhistische Geistliche habe dem Vorgehen ausdrücklich zugestimmt. In US-Regierungskreisen wurde betont, dass Obama den Dalai Lama zu einem späteren Zeitpunkt treffen wolle. Der Präsident habe sich schon immer für die kulturellen und religiösen Rechte der Tibeter eingesetzt, sagte eine Person, die namentlich nicht genannt werden wollte.
Der Dalai Lama floh 1959 nach einem gescheiterten Aufstand gegen die chinesischen Machthaber ins indische Exil. Die Führung in Peking wirft ihm vor, die Unabhängigkeit Tibets anzustreben. Der Dalai Lama selbst spricht sich für eine größere Autonomie der Region aus.
rts
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