Politik
Seit 88 Jahren war kein US-Präsident mehr in Kuba zu Gast.
Seit 88 Jahren war kein US-Präsident mehr in Kuba zu Gast.(Foto: REUTERS)

Historisches Treffen: Obama trifft Castro in Havanna

Noch vor wenigen Jahren war ein solches Treffen undenkbar: Nun schütteln sich US-Präsident Obama und Kubas Staatschef Castro in der kubanischen Hauptstadt die Hände.

US-Präsident Barack Obama ist mit Kubas sozialistischem Staatschef Raúl Castro zu einer historischen Unterredung zusammengekommen. Beide begrüßten sich per Handschlag im Revolutionspalast in Havanna, um anschließend über eine Vertiefung des Ende 2014 begonnenen Annäherungsprozesses zu sprechen. Vor Obama war als US-Präsident nur Calvin Coolidge 1928 zu Besuch im Karibikstaat.

Nach der Revolution von 1959 und dem Wandel Kubas zum Sozialismus gab es eine jahrzehntelange Feindschaft zwischen beiden Staaten. Kuba band sich eng an die Sowjetunion, 1962 war die Welt nach der Stationierung sowjetischer Raketen auf Kuba am Rande eines Atomkrieges.

Obama will über Menschenrechte sprechen

Das erste Treffen von Obama und Raúl Castro fand im April 2015 in Panama beim Amerika-Gipfel statt, das zweite am Rande der UN-Vollversammlung im Herbst vergangenen Jahres. Ein Treffen Obamas mit Revolutionsführer Fidel Castro war nicht geplant. 

Kuba fordert als nächsten Schritt eine vollständige Aufhebung des Handelsembargos und eine Rückgabe des seit 1903 unter US-Kontrolle stehenden Stützpunktes Guantanamo. Obama will nach eigenen Angaben die weiterhin kritische Menschenrechtslage ansprechen - am Rande des Besuches wurden nach Angaben von Aktivisten rund 180 Dissidenten vorübergehend festgenommen, die meisten kamen aber nach einigen Stunden wieder frei.

Obama war mit seiner Frau Michelle, den Töchtern Sasha und Malia sowie seiner Schwiegermutter am Sonntag in Havanna angekommen. Trotz eines tropischen Wolkenbruchs und scharfer Sicherheitsmaßnahmen hatte sich eine kleine Menschenmenge in der der Altstadt versammelt, durch die die Präsidentenfamilie nach dem Abendessen flanierte. "Viva Obama, viva Fidel"-Rufe waren zu hören.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen