Freitag, 12. Februar 2010
Treffen mit dem Dalai Lama: Obama trotzt China
US-Präsident Obama bleibt bei seiner Linie. Trotz Protesten aus Peking will er in der kommenden Woche den Dalai Lama treffen.US-Präsident Barack Obama hält trotz scharfer Kritik aus China an einem Treffen mit dem Dalai Lama fest. "Das Treffen findet wie geplant nächsten Donnerstag statt", bekräftigte das Präsidialamt in Washington.
Die chinesische Regierung hatte zuvor mit Nachdruck gegen den Empfang des Oberhaupts der Tibeter protestiert. Eine solche Begegnung würde gegen international akzeptierte Gepflogenheiten verstoßen.
China wirft dem Dalai Lama vor, Tibet in die Unabhängigkeit führen zu wollen. Der Mönch selbst spricht von einer größeren Souveränität für das tibetische Volk. Chinas Armee war 1950 in Tibet einmarschiert. Der Dalai Lama lebt seit 1959 im Exil.
Obama hatte aus Rücksicht auf China eine frühere Gelegenheit zu einem Treffen mit dem Dalai Lama nicht wahrgenommen. Dies brachte ihm in den USA heftige Kritik von Kongressabgeordneten und Menschenrechtgruppen ein.
Proteste meist wirkungslos
Auch Obamas Amtsvorgänger Bush hatte sich mit dem Dalai Lama getroffen.
(Foto: ASSOCIATED PRESS)
Die chinesische Regierung protestiert regelmäßig gegen Begegnungen ausländischer Regierungen mit dem seit 1959 im Exil lebenden Dalai Lama, meist jedoch ohne konkrete politische Folgen. Dies galt auch für Treffen früherer US-Präsidenten einschließlich Obamas Vorgänger George W. Bush mit dem buddhistischen Geistlichen. Seit den gewaltsamen Unruhen in Tibet vor knapp zwei Jahren fällt der Einspruch jedoch zunehmend heftig aus. Ende 2008 sagte China einen geplanten Gipfel mit der Europäischen Union ab, nachdem der damalige EU-Ratschef, Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy, sich nicht von einem Treffen mit dem Dalai Lama abbringen ließ.
Die amerikanisch-chinesischen Beziehungen sind derzeit ohnehin stark belastet, unter anderem durch ein US-Waffengeschäft mit Taiwan. China betrachtet Taiwan als abtrünnige Provinz.
rts/AFP
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