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Mittwoch, 07. Dezember 2011
Parlament ändert Nationalhymne: Österreich ehrt seine "Töchter"
Lange hat es gedauert und heftig gestritten wurde, doch ab Januar werden in der österreichischen Nationalhymne auch die Töchter des Landes besungen, nicht nur die Söhne. Das Parlament beschließt eine entsprechende Änderung des Liedtextes.Die Frauen werden in der österreichischen Nationalhymne nicht mehr länger übergangen. Das Parlament in Wien beschloss mit großer Mehrheit eine Änderung der Hymne im Sinne der Geschlechtergerechtigkeit. Bisher tönte es getragen zu allen großen Anlässen: "Heimat bist du großer Söhne, Volk, begnadet für das Schöne". Nach jahrzehntelangen Debatten heißt es ab Januar in der ersten Strophe: "Heimat großer Töchter und Söhne, Volk, begnadet für das Schöne".
Geändert wurde auch die dritte Strophe der von Paula Preradovic gedichteten Bundeshymne: Statt "Einig lass in Bruderchören, Vaterland dir Treue schwören" werden nun "Jubelchöre" besungen. Das von manchen bevorzugte "Heimatland" statt "Vaterland" konnte sich nicht durchsetzen.
"Sehr wichtiges Moment für die Gleichberechtigung"
Vor allem konservative und rechtspopulistische Politiker hatten die Änderung lange verhindert. Der Fraktionsvorsitzende der rechtspopulistischen FPÖ, Heinz-Christian Strache, kritisierte, die Menschen würden die Lösung der konkreten Probleme erwarten und "keine kulturelle Verhunzung und ideologische Debatte". Für die sozialdemokratische Regierungspartei SPÖ argumentierte Gisela Wurm: "Die Sprache ist ein sehr wichtiges Moment für die Gleichberechtigung."
Schon im Sommer war der Geschlechterkampf im Nationalrat, dem Bundesparlament, eskaliert. Mit einem Geheimantrag wollte die ehemalige Frauenministerin Maria Rauch-Kallat von der konservativen ÖVP gemeinsam mit allen Parlamentarierinnen der SPÖ und den Grünen Fakten schaffen. Der Plan sickerte durch - die ÖVP-Männer verhinderten zunächst die Änderung. Schließlich lenkte die Parteiführung ein.
Im vergangenen Jahr hatte bereits die österreichische Pop-Sängerin Christina Stürmer mit einer geschlechtergerechten Rock-Version der Hymne für Aufregung gesorgt. Sie musste sich vor Gericht verantworten, gewann aber den Prozess.
dpa
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