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In den USA (hier eine Anlage in Colorado) hat Fracking einen Gasboom ausgelöst.
In den USA (hier eine Anlage in Colorado) hat Fracking einen Gasboom ausgelöst.(Foto: AP)

EU-Kommissar rät zu Probebohrungen in Deutschland: Oettinger kündigt Fracking-Regelung an

Fracking ist in Europa nach wie vor höchst umstritten. Kritiker fürchten die Verunreinigung von Grundwasser durch die verwendeten Chemikalien. EU-Energiekommissar Oettinger warnt dagegen vor zuviel Furcht. Er kündigt eine EU-weite Regelung an. Zugleich fordert er Probebohrungen in Deutschland.

Für die umstrittene Schiefergasförderung (Fracking) hat EU-Energiekommissar Günther Oettinger EU-weite Regeln noch in diesem Jahr in Aussicht gestellt. "Der Schutz von Gebieten, wo Trink- und Grundwasser vorkommt, wie im Falle des Bodensees, ist absolut richtig. Auch auf EU-Ebene wird man sich das Thema Fracking und Umweltschutz in diesem Jahr genauer anschauen", sagte er der "Welt".

Oettinger warnte vor zu viel Furcht vor den Fracking-Risiken. Deutschland dürfe sich die Möglichkeiten nicht entgehen lassen, die Gasvorkommen unter dem eigenen Boden bedeuteten. Nun sollte die nötige Rechtsgrundlage für Demonstrationsprojekte und für die praktische Erprobung geschaffen werden.

"Wenn wir Probebohrungen zulassen, werden wir in einigen Jahren weit klüger sein und auch über die Kosten besser Bescheid wissen. Das muss man einem Ingenieurland wie Deutschland dringend raten." Unternehmen wie ExxonMobil und die BASF-Tochter Wintershall drängen bereits, das Potenzial für Fracking in Deutschland zu erforschen.

Kritiker befürchten Umweltschäden

Fracking ist hierzulande stark umstritten. Während Förderer der Technik eine neue Energiequelle vermuten, sehen Umweltschützer wegen des Einsatzes von Chemikalien, die in den Boden gepresst werden, das Grundwasser in Gefahr. In der schwarz-gelben Koalition hatte es zuletzt Streit über eine gesetzliche Regelung für die Gasförderung gegeben. Mitte Mai wurde ein Gesetzentwurf wegen des Widerstands in der Union wieder von der Kabinetts-Tagesordnung genommen. Damit wird eine Entscheidung vor der Bundestagswahl immer unwahrscheinlicher.

Umweltminister Peter Altmaier von der CDU hatte es als unwahrscheinlich bezeichnet, dass die Methode in den kommenden Jahren in der Bundesrepublik zum Einsatz kommt. Nach monatelangem Ringen hatten sich Union und FDP vor dem Wochenende jedoch noch auf einen Kompromiss verständigt. Die Schiefergas-Förderung soll nun im Einzugsgebiet von Trinkwasserseen untersagt werden. Einzugsgebiete von Talsperren sollen entgegen anfänglicher Überlegungen nicht geschützt sein.

In den USA wird die Technologie bereits stark eingesetzt und führte dort zu einem neuen Gasboom. Die US-Regierung will bei Gas und Öl unabhängiger werden - das Fracking ist ein wichtiger Baustein. Nach Einschätzung vieler Experten sind die Vereinigten Staaten wegen der neuen Möglichkeiten auf dem Weg zum größten Gas- und Ölförderer der Welt. In Europa stößt die Technik nicht nur in Deutschland auf Widerstand. So ist Fracking zum Beispiel in Frankreich, wo es ebenfalls große Vorkommen an Schiefergas geben soll, verboten.

Quelle: n-tv.de

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