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Politik

Donnerstag, 30. Dezember 2010

Wikileaks-Depeschen: Ohrfeige für Ahmadinedschad

Der Chef der iranischen Revolutionsgarden soll im Streit Staatschef Ahmadinedschad geohrfeigt haben. Das geht aus den Wikileaks-Dokumenten hervor.
Ahmadinedschad war selbst Mitglied der Revolutionsgarden; sie gelten als seine Machtbasis. Hier heftet er einem Kommandeur der Garden einen Orden an (Archivbild vom April 2007).

Ahmadinedschad war selbst Mitglied der Revolutionsgarden; sie gelten als seine Machtbasis. Hier heftet er einem Kommandeur der Garden einen Orden an (Archivbild vom April 2007).
(Foto: picture-alliance/ dpa)

Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad soll nach US-Informationen bei einer erregten Debatte vom Kommandeur der Revolutionsgarden geohrfeigt worden sein. Das geht aus amerikanischen Botschaftsdepeschen hervor, die von der Enthüllungsplattform Wikileaks veröffentlicht wurden.

Wie die spanische Zeitung "El País" berichtete, soll sich der Zwischenfall Anfang dieses Jahres bei einer Sitzung des Obersten Rates für Nationale Sicherheit in Teheran ereignet haben. Im Iran herrschten damals aufgrund der Proteste gegen den Wahlsieg von Ahmadinedschad im Juni 2009 starke politische Spannungen.

Bei der Ratssitzung habe der Staatschef die Teilnehmer mit dem Vorschlag überrascht, den Bürgern mehr Freiheiten zu gewähren, heißt es in einer Depesche, die die US-Botschaft in Aserbaidschan nach Washington schickte. Ahmadinedschad habe sich auch für eine größere Pressefreiheit ausgesprochen.

Der Kommandeur der Revolutionsgarde, Mohammed Ali Dschafari, sei darüber so in Wut geraten, dass er den Präsidenten angeschrien habe: "Du liegst falsch. Du hast uns die Sache eingebrockt, und jetzt verlangst du auch noch Pressefreiheit." Dann habe er dem Staatschef eine Ohrfeige versetzt. Dies habe einen solchen Tumult ausgelöst, dass die Sitzung abgebrochen worden sei. Der Bericht der US-Botschaft in Baku stützt sich nach Angaben der Zeitung auf einen Informanten, der als zuverlässig eingestuft wurde.

dpa

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