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Orban will es nach eigenen Worten nicht zulassen, dass je wieder Flüchtlinge durch sein Land ziehen.
Orban will es nach eigenen Worten nicht zulassen, dass je wieder Flüchtlinge durch sein Land ziehen.(Foto: REUTERS)

"Belagerung wird Europa belasten": Orban wettert wieder gegen Merkel

Der ungarische Regierungschef macht es zu "einer der wichtigsten Aufgaben der kommenden Zeit, den deutsch-türkischen Geheimpakt abzuwenden". Er macht sich auch dafür stark, dass niemals wieder Flüchtlinge durch sein Land ziehen.

Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban hat einen angeblichen "deutsch-türkischen Geheimpakt" im Umgang mit den Kriegsflüchtlingen aus Syrien angeprangert. Bis zu eine halbe Million Flüchtlinge würden aus der Türkei geholt und "zwangsweise über die EU-Mitgliedsstaaten verteilt", sagte Orban nach Angaben der regierungsnahen "Magyar Idök".

"Eine der wichtigsten Aufgaben der kommenden Zeit ist es, den deutsch-türkischen Pakt abzuwenden", ergänzte er auf der Fraktionsklausur seiner rechts-nationalen Regierungspartei Fidesz. Die "geheime Abmachung" werde den "beispiellosen Migrantenstrom" ohnehin nicht aufhalten, weshalb "die ganze Belagerung" durch die Flüchtlinge "Europa noch jahrelang belasten" werde.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte zu Wochenbeginn bei einem Besuch in Ankara mit ihren türkischen Partnern über eine legale und kontrollierte Aufnahme von Flüchtlingen direkt aus der Türkei gesprochen. Einige EU-Länder wollen sich daran auf freiwilliger Basis beteiligen. Von einer verpflichtenden Verteilung der Flüchtlinge über alle EU-Staaten war nie die Rede.

Ungarn möchte den Flüchtlingszustrom stattdessen über die sogenannte Balkan-Route durch Zäune und Wälle an der Nordgrenze Griechenlands stoppen. "Wir treten weiterhin für eine neue Verteidigungslinie an der bulgarisch-griechischen und mazedonisch-griechischen Grenze ein", sagte Orban, der sein Land mit Zäunen gegen Flüchtlinge abgeschottet und sie damit nach Kroatien und Slowenien umgelenkt. Für ihn stehe fest: "Die Migranten-Route kann verlaufen, wie sie will. Dass sie nie mehr durch Ungarn gehen wird, ist sicher."

Quelle: n-tv.de

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