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Politik

Sonntag, 13. Dezember 2009

Einsatz für die Rechte des Menschen: Ossietzky-Medaille verliehen

Für ihre Verdienste um die Menschenrechte erhalten der Kapitän der "Cap Anamur" und ein aus Guinea stammender Geschäftsmann in Berlin die Carl-von-Ossietzky-Medaille.
Stefan Schmidt und Mouctar Bah bei der Pressekonferenz.

Stefan Schmidt und Mouctar Bah bei der Pressekonferenz.
(Foto: dpa)

Nach Angaben der Internationalen Liga für Menschenrechte haben beide "außerordentliche Zivilcourage bewiesen und einen besonderen Beitrag zur Verwirklichung der Menschenrechte geleistet."

Der Lübecker Kapitän Stefan Schmidt rettete mit dem Schiff "Cap Anamur" vor 5 Jahren 37 in Seenot geratene Menschen. Dafür musste er sich vor einem italienischen Gericht wegen "Beihilfe zur illegalen Einreise" verantworten und wurde im Oktober 2009 freigesprochen. Der aus Guinea stammende Dessauer Geschäftsmann Mouctar Bah wurde für seinen Einsatz zur Aufklärung der Todesumstände seines Freundes Oury Jalloh geehrt. Der Asylbewerber war im Januar 2005 bei einem Brand in einer Dessauer Polizeizelle umgekommen.

Appell an die Stadt Dessau

Zu den Rednern im Berliner Haus der Kulturen der Welt zählte auch Günter Wallraff. Der Autor forderte die Stadt Dessau-Roßlau auf, den Preisträger Mouctar Bah zum Ehrenbürger zu ernennen. Wallraff hatte Bah während der Dreharbeiten für seinen neuen Dokumentarfilm "Schwarz auf Weiß" über Rassismus kennengelernt.

Die undotierte und seit 1962 vergebene Ossietzky-Medaille ist geht auf den Friedensnobelpreisträger und Publizisten Carl von Ossietzky (1889-1938) zurück. Mit der Medaille wurden unter anderem schon Günter Grass, Friedrich Schorlemmer und Lea Rosh geehrt.

dpa

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