Politik

Abwanderung nach Westen gestoppt: Ostdeutschland kommt voran

Die Lage in den neuen Bundesländern ist so gut wie seit der Wende nicht. Zu dieser Einschätzung kommt die Bundesregierung in ihrem "Bericht zum Stand der deutschen Einheit". Allerdings verlangsame sich die Angleichung an das West-Wirtschaftsniveau. Der Bericht wird am Mittwoch vorgestellt.

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Die Bundesregierung beurteilt die Lage in den neuen Bundesländern nach einem Zeitungsbericht so gut wie noch nie seit der Wende. In ihrem "Bericht zum Stand der deutschen Einheit" fänden sich in fast allen Bereichen positive Befunde zur Entwicklung im Osten, meldet die "Bild am Sonntag". Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich werde den Bericht am Mittwoch vorstellen.

Laut dem Bericht zum Stand der Einheit konnte erstmals die Abwanderung von Ostdeutschen gestoppt werden: "Der Saldo der Binnenwanderung zwischen Ost- und Westdeutschland war 2012 erstmals seit der Wiedervereinigung nahezu ausgeglichen", zitiert die "Bild am Sonntag". Auch die Geburtenrate steige im Osten wieder an und liege inzwischen über West-Niveau.

Weiter heiße es in dem Bericht: "Fast eine Generation nach der Wiedervereinigung haben sich die ökonomischen Lebensverhältnisse in den ost- und westdeutschen Bundesländern, insbesondere der materielle Wohlstand, deutlich verbessert." In den vergangenen Jahren sei "aus der einstigen Planwirtschaft eine wissensbasierte Industrieregion mit zunehmend wettbewerbsfähigen Unternehmen geworden."

Hohe Hochschuldichte

So gehörten die ostdeutschen Arbeitnehmer "im Hinblick auf Qualifikation, Engagement und Flexibilität zur weltweiten Spitzengruppe". Der Anteil des verarbeitenden Gewerbes sei stark gestiegen und liege über dem EU-Durchschnitt, weit vor Frankreich und Großbritannien. Von einer "beeindruckenden Reindustrialisierung Ostdeutschlands" sei die Rede.

Eine weitere Stärke der neuen Länder ist demnach die hohe Dichte an Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung gemessen am Bruttoinlandsprodukt reichten fast an das Niveau in den USA heran, schreibt die Zeitung. Zudem lebten die meisten jungen Deutschen (20 bis 24 Jahre) mit Hochschulreife in Sachsen und Thüringen. Die Arbeitslosigkeit sei auf dem niedrigsten Stand seit 1991.

Allerdings heiße es in dem Bericht der Bundesregierung auch: "Die Angleichung an das Wirtschaftsniveau in Westdeutschland hat sich in den letzten Jahren verlangsamt." Grund sei eine noch bessere Entwicklung im Westen.

Quelle: n-tv.de

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