Politik

Strelkow ist empört: Ostukrainer wollen nicht kämpfen

Die prorussischen Kräfte scheinen im Osten der Ukraine den Ton anzugeben, doch nun beklagen sie sich. In einem bizarren Video rügt der selbsternannte Verteidigungsminister Strelkow friedlich gestimmte Menschen.

Anführer der militanten prorussischen Kräfte in der Ostukraine haben eine schlechte Kampfmoral in der Bevölkerung beklagt. Die Bewohner von Brennpunkten wie Slawjansk und Kramatorsk seien kaum bereit, zu den Waffen zu greifen, um ihre russisch geprägten Regionen zu verteidigen. Der "Verteidigungsminister" der selbst ernannten "Volksrepublik Donezk", Igor Strelkow, appellierte in einer Videobotschaft an die Bevölkerung, sich dem Aufstand gegen die ukrainische Regierung in Kiew schleunigst anzuschließen - und das "russische Volk" zu retten.

"Ich hätte nie gedacht, dass sich in der ganzen Region nicht einmal 1000 Männer finden, die bereit sind, ihr Leben zu riskieren", sagte Strelkow. Stattdessen machten es sich Hunderttausende in der Region vor dem Fernseher bequem und verfolgten die Kämpfe von daheim aus. Es sei aber Aufgabe eines jeden, seine Ehre und Würde zu verteidigen. Bisher kämpfe nur eine kleine Gruppe von Freiwilligen aus Russland und der Ukraine, sagte er.

"Sie warten einfach auf die Armee aus Russland, die in der Lage ist, alles für sie zu tun", sagte der Separatistenführer seinen "Zuschauern". Er bezeichnete die Männer als feige. Erst hätten viele Bürger gerufen: "Gebt uns Waffen!" Jetzt gebe es ganze Arsenale - und kaum einer greife zu, um russischen Boden zu verteidigen. "Wo sind die jungen Kerle?", fragt Strelkow tief seufzend und von einem Zettel ablesend.

Auch Frauen sollen kämpfen

Wegen des Mangels an Kämpfern forderte Strelkow nun auch Frauen auf, sich den Reihen der schwer bewaffneten Uniformierten anzuschließen. Er rief auf zum blutigen Kampf gegen die Regierungstruppen, die auch dank guter Bezahlung von Oligarchen ihre "Anti-Terror-Operation" fortsetzten und zum Töten von Russen bereit seien. Strelkows Clip hatte nach kurzer Zeit im Internet bereits mehr als eine Million Klicks bei Youtube.

Die ukrainische Führung hat die "Volksrepubliken" Donezk und Lugansk zu Terrororganisationen erklärt. Strelkow steht im Verdacht, im Auftrag des russischen Militärgeheimdienstes GRU zu handeln. Ermittler in Kiew vermuten, dass Strelkows bürgerlicher Familienname Girkin ist. Strelkow ist demnach abgeleitet von Strelok, dem russischen Wort für Schütze.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen