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(Foto: REUTERS)

Türkisch-kurdischer Friedensprozess: PKK-Anführer droht Erdogan mit Krieg

Kobane droht in die Hände der Terroristen vom IS zu fallen. Für die Kurden in der Region steht fest: Die Türkei ist Schuld. Das nehmen PKK-Anführer zum Anlass, den gesamten Friedensprozess zwischen Türken und Kurden in Frage zu stellen. Und drohen mit einer Eskalation.

Nach den blutigen Zusammenstößen zwischen kurdischen Demonstranten und türkischen Sicherheitskräften hat die in der Türkei verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK den laufenden Friedensprozess in Frage gestellt. "Wir haben die Türkei gewarnt. Wenn sie so weiter machen, dann wird die Guerilla den Verteidigungskrieg zum Schutz des Volkes wieder aufnehmen", sagte der ranghohe PKK-Anführer Cemil Bayik in einem Interview mit dem ARD-Hörfunk. Die Verteidigung des Volkes sei die Hauptaufgabe der PKK-Kämpfer.

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Nach Angaben des türkischen Verteidigungsministeriums wurden in der vergangenen Woche bei Protesten in mehreren türkischen Städten 31 Menschen getötet und mehr als 350 weitere verletzt. Die Kurden demonstrierten gegen die Zurückhaltung der Regierung in Ankara angesichts des Vormarschs der Dschihadistenorganisation Islamischer Staat (IS) in den nordsyrischen Kurdengebieten rund um die Stadt Kobane. Bayik sagte, die türkische Regierungspartei AKP sei verantwortlich "für das, was sich in Kobane und in der Türkei abspielt".

Dem Kurden-Anführer zufolge wurden "alle aus der Türkei abgezogenen Kämpfer zurückgeschickt". Die PKK hatte im Rahmen der Ende 2012 aufgenommenen Friedensverhandlungen einen Teil ihrer Kämpfer im Frühjahr vergangenen Jahres abgezogen und im nordirakischen Kandil-Gebirge stationiert. Die Gesamtzahl der PKK-Kämpfer wird auf etwa 5000 geschätzt. Wie viele davon nun in die Türkei zurückgekehrt sind, sagte Bayik nicht.

Wenn Kobane fällt, endet der Frieden

Mit 15 Millionen Menschen stellen die Kurden etwa ein Fünftel der Bevölkerung in der Türkei. Viele von ihnen fordern mehr politische und kulturelle Autonomie. Im Jahrzehnte dauernden Konflikt um diese Forderungen sind zehntausende Menschen getötet worden. Die türkische Regierung unter dem früheren Ministerpräsidenten und heutigen Staatschef Recep Tayyip Erdogan verhandelt mit dem inhaftierten PKK-Führer Abdullah Öcalan über eine Beilegung dieses Konflikts. Dieser ließ nun aus seinem Gefängnis verlauten, sollte Kobane fallen, bedeute dies das Ende des Friedensprozesses.

Erdogan hingegen betonte, Gewalttaten, Vandalismus und Plünderungen der vergangenen Tage hätten nichts mit Kobane zu tun. Die PKK wolle lediglich den schwierigen Friedensprozess mit der kurdischen Minderheit sabotieren. "Unter dem Vorwand Kobane greifen sie den Frieden, die Stabilität und die Brüderlichkeit in der Türkei an", sagte Erdogan. Ankara hat sich zwar eine entsprechendes Mandat vom Parlament geholt, lehnt es aber bislang ab, ohne internationale Hilfe Bodentruppen gegen den IS zu entsenden.

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Quelle: n-tv.de

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