Samstag, 14. November 2009
"Haltet sie auf!": Palin sollte nicht mit Presse reden
Hinter den Kulissen hat es im Wahlkampfteam des republikanischen Präsidentschaftskandidaten John McCain offenbar heftig gekriselt.In ihren am Dienstag erscheinenden Memoiren, die nun in Auszügen veröffentlicht wurden, bestätigt die einstige Vize-Kandidatin Sarah Palin, dass es schon kurz nach ihrer überraschenden Nominierung im August 2008 Spannungen mit den Beratern McCains gab. Nach einem Interview mit dem US-Sender CBS, in dem die damalige Gouverneurin von Alaska wenig Gespür für außenpolitische Themen zeigte, habe das Wahlkampfteam sie bewusst von den Medien abgeschirmt.
"Die Strategie des Wahlkampfstabs war, dass ich (auf Reisen) nicht in den hinteren Teil des Flugzeugs gehen durfte, um mit der Presse zu sprechen", erinnert sich Palin in ihren Memoiren "Going Rogue: An American Life" (in etwa: Aus der Reihe tanzen: Ein amerikanisches Leben). Immer wenn Journalisten um ein Interview mit ihr gebeten hätten, sei aus Washington die Antwort gekommen: "Nein! Absolut nicht - haltet sie auf!" Dennoch sei es für sie "eine unglaubliche Ehre" gewesen, an der Seite ihres Parteifreunds McCain den Präsidentschaftswahlkampf bestreiten zu dürfen.
Obwohl Palins Buch noch nicht im Handel erhältlich ist, steht es wegen der hohen Zahl an Vorbestellungen seit Wochen auf einigen Bestsellerlisten ganz oben. Die umstrittene Republikanerin war mit der Nominierung für das Vizepräsidentenamt über die Grenzen Alaskas hinaus bekannt geworden. Nach dem gescheiterten Wahlkampf und einer Reihe von Beschwerden über ihre Amtsführung verlor Palin allerdings an Popularität. Im Juli trat die fünffache Mutter als Gouverneurin zurück.
AFP
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