Politik
Video

Galgen für Gabriel und Merkel: Pegida fordert Abspaltung Sachsens

Einmal mehr mobilisiert das islamfeindliche Bündnis Pegida Tausende in der sächsischen Landeshauptstadt Dresden. Dort tritt ein früheres AfD-Mitglied ans Mikrofon und verlangt Sachsens Autonomie.

In den beiden sächsischen Städten Dresden und Leipzig sind erneut Tausende auf die Straße gegangen und haben gegen die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung demonstriert. Sie folgen wie in den vergangenen Wochen und Monaten einem Aufruf des islamfeindlichen Bündnisses Pegida sowie dem Leipziger Ableger Legida.

Wie der MDR berichtet, schätzt die Studenteninitiative "Durchgezählt" die Zahl der Teilnehmer auf dem Theaterplatz auf bis zu 9000. Gegendemonstranten protestierten nach Angaben der studentischen Pegida-Beobachter "Straßengezwitscher" unter dem Motto "Genervte Einwohner protestieren gegen Intoleranz Dresdner Außenseiter" (Gepida) gegen den Aufmarsch, wie der Sender weiter berichtet. Die Polizei war mit einem Großaufgebot im Einsatz.

Der Pegida-Mitbegründer Lutz Bachmann wies in seiner Rede in Dresden auf das einjährige Bestehen von Pegida in der kommenden Woche hin. Die Bundesregierung bezeichnete er als "unsere Berliner Diktatoren" und kritisierte deren Flüchtlingspolitik. Hier sei eine "Kehrtwende dringend erforderlich". Es müsse "unattraktiver werden, in Deutschland Asyl zu beantragen".

Merkel macht aus Land "riesiges Dschungelcamp"

Ebenfalls in der Landeshauptstadt Dresden forderte die Pegida-Anhängerin und frühere AfD-Politikerin Tatjana Festerling eine Abspaltung des Freistaates Sachsen von der Bundesrepublik und der Europäischen Union. Zugleich sprach sie sich für eine Grenzanlage rund um Deutschland aus. Sie warf Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) vor, aus Deutschland ein "riesiges Dschungelcamp" gemacht zu haben. Den Zuzug von Flüchtlingen und Asylsuchenden bezeichnete sie als "Ansturm der Invasoren".

Die ehemalige Hamburger AfD-Politikerin Festerling war im Juli bei den Oberbürgermeisterwahlen in der Landeshauptstadt angetreten. Sie kandidierte für Pegida. Bei der Abstimmung hatte sie fast zehn Prozent der Stimmen erhalten.

Theaterplatz in Dresden: Eigentlich ein wunderschönes Stückchen Elb-Stadt.
Theaterplatz in Dresden: Eigentlich ein wunderschönes Stückchen Elb-Stadt.(Foto: picture alliance / dpa)

Die Teilnehmer der Kundgebung riefen in Sprechchören "Abschieben, abschieben", "Wir sind das Volk" und "Merkel muss weg". Ein Plakat mit Merkel als Mutter Teresa war überschrieben mit "Mutter Terrorresia", andere Schilder wandten sich gegen "Deutschenhasser", "Asylmafia" oder "Politikerpack".

Laut "Radio Dresden" prüfen die Behörden derweil einen Vorfall mit einem selbstgebastelten Galgen. An dem waren zwei Stricken Schilder mit der Aufschrift "Reserviert Sigmar 'Das Pack' Gabriel" und "Reserviert Angela 'Mutti' Merkel" befestigt.

Anzeige gegen Bachmann

In Leipzig schätzten Studenten die Zahl der Legida-Demonstranten auf 600 bis 700. Die Polizei nennt bereits seit Wochen keine Teilnehmerzahlen mehr. Zu ihren Hochzeiten versammelte Pegida Anfang des Jahres bis zu 25.000 Anhänger.

Als sich Pegida Ende Januar im Streit um ihren Mitbegründer Bachmann spaltete und anschließend zunehmend radikalisierte, wurde es ruhiger um das Bündnis. Doch zuletzt verzeichnet die Bewegung wieder einen verstärkten Zulauf.

Gegen Bachmann ist eine Anklage der Staatsanwaltschaft Dresden wegen Volksverhetzung anhängig. Ihm wird vorgeworfen, im September vergangenen Jahres auf seiner Facebook-Seite Kriegsflüchtlinge und Asylbewerber unter anderem als "Gelumpe" und "Viehzeug" beschimpft zu haben.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen