Politik
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Donnerstag, 09. Juli 2015

"Das richtige Signal": Petry zeigt sich mit Lucke-Rückzug zufrieden

Bernd Lucke verlässt seine AFD, die er unwiderbringlich nach rechtsaußen abgedriftet sieht. Die Vorsitzende Frauke Petry empört sich über die Vorwürfe, ohne sie zu entkräften. Und ein prominenter Lucke-Gegner rechnet ab.

AfD-Chefin Frauke Petry hofft nach dem Rückzug von Parteigründer Bernd Lucke auf eine Befriedung der zerstrittenen Alternative für Deutschland. "Wenn durch den Austritt die Streitigkeiten jetzt beigelegt werden können, ist das genau das richtige Signal für uns", sagte Petry der Deutschen Presse-Agentur in Dresden. "Der Austritt ist nur konsequent."

Nach seiner Abwahl als AfD-Vorsitzender auf dem Bundesparteitag in Essen hatte Lucke seinen Parteiaustritt angekündigt. Die Partei sei "unwiederbringlich in die falschen Hände gefallen", sagte er mit Blick auf den am Wochenende verlorenen Machtkampf mit dem nationalkonservativen Flügel. Über die mögliche Gründung einer neuen Partei habe er noch nicht entschieden, erklärte der 52-jährige Europaabgeordnete.

Seine Mitstreiter haben dazu eine Umfrage in dem von Lucke mitbegründeten Verein "Weckruf 2015" gestartet. Deren Ergebnisse sollen schnell vorliegen. Zu den Gründen für seinen Austritt sagte Lucke, er wolle nicht als "bürgerliches Aushängeschild für politische Vorstellungen missbraucht werden", die er aus tiefster Überzeugung ablehne. Zu diesen Vorstellungen, die in der AfD inzwischen weit verbreitet seien, zählten eine antiamerikanische Grundhaltung, ausländerfeindliche Ansichten und fundamentale Systemkritik. Petry zeigte sich empört über diese Äußerungen. "Ich empfinde es als anmaßend, dass er die verbleibende AfD ins antibürgerliche Lager stellen will."

Gauland keilt zurück

Der zum Petry-Lager zählende AfD-Vize Alexander Gauland kritisierte Lucke. Dieser sei "wirklich kein guter Parteiführer", sagte der Brandenburger Landesvorsitzende. "Er hat nur immer sich im Mittelpunkt gesehen und nicht die Partei, und dieser Fehler wird ihm wahrscheinlich auch wieder passieren, wenn er eine neue Partei gründet."

Hamburgs AfD-Vorsitzender und -Fraktionschef Jörn Kruse bezeichnete Luckes Parteiaustritt als konsequent. Durch Luckes Abwahl und den Rechtsruck sei die Partei eine völlig andere geworden, so der erklärte Lucke-Anhänger. Vor dem Parteigründer hatten zahlreiche Mitglieder von Landesvorständen und mehrere AfD-Landesvorsitzende ihren Austritt angekündigt.

Quelle: n-tv.de

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