Politik

Missstände in Altenheim ausgeplaudertPflegerin bekommt 90.000 Euro

24.05.2012, 17:18 Uhr
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Brigitte Heinisch ist um 90.000 Euro reicher. (Foto: picture alliance / dpa)

Weil sie Interna aus einem Vivantes-Altenheim weitergibt, kündigt der Krankenhauskonzern der Berliner Pflegerin Brigitte Heinisch. Das will die Frau nicht auf sich sitzen lassen, zieht bis vor den Europäischen Gerichtshof. Jetzt schließen die Streithähne einen Vergleich. Die Kündigung gilt, dafür wird Heinisch abgefunden.

Seit Jahren prozessiert Brigitte Heinisch gegen den Klinikkonzern Vivantes. Sie geht gegen ihre Kündigung in einem der Altenheime des Unternehmens vor. 2004 ist sie fristlos entlassen worden. Grund war, dass sie Missstände in der Pflege bei der Staatsanwaltschaft angezeigt hatte.

Das Landesarbeitsgericht Berlin erklärte in einem ersten Urteil dieses Kündigung für rechtens. Heinisch zog vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte. Und der schlug sich auf die Seite der Klägerin. Die Straßburger Richter sahen die Meinungsfreiheit verletzt und stärkten damit , die auf Missstände in ihren Unternehmen aufmerksam machen.

Nun landete der konkrete Fall wieder vor einem Berliner Gericht, dieses Mal vor dem Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg. Und da schließen die beiden Parteien einen Vergleich. Heinisch bekommt eine ordentliche Kündigung, im Gegenzug erhält sie 90.000 Euro.

Quelle: ntv.de, jog/dpa