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Wohnwagen der Piraten beim Landesparteitag in Schleswig-Holstein.
Wohnwagen der Piraten beim Landesparteitag in Schleswig-Holstein.(Foto: dpa)

"Schaden vor allem den Grünen": Piraten bleiben auf Erfolgskurs

Die Piraten bleiben die Gewinner der Stunde: Die Partei kann sich bundesweit auf hohem Niveau festsetzen. Derzeit würden 8 Prozent den Piraten ihre Stimme geben. Ihr Erfolg geht vor allem auf Kosten der Grünen. Zwar bleibt Rot-Grün vor Schwarz-Gelb. Doch vor allem junge Wähler liefen den Grünen weg, sagt Forsa-Chef Güllner.

Die Piratenpartei kann sich nach ihrem Überraschungserfolg bei den Wahlen in Berlin auch auf Bundesebene in der Wählergunst stabilisieren. Im wöchentlichen Wahltrend von "Stern" und RTL würden wie in der Vorwoche 8 Prozent den Piraten ihre Stimme geben, wenn jetzt Bundestagswahl wäre. Damit liegt die Partei gleichauf mit der Linken, die sich um einen Punkt verbessern konnte.

Stärkste Partei bleibt der Umfrage zufolge die Union, die unverändert auf 31 Prozent kommt. Die SPD verliert einen Punkt und liegt nun bei 27 Prozent. Für die Grünen würden sich wie in der Woche zuvor 17 Prozent der Wähler entscheiden. Die FDP kann sich dagegen auf niedrigem Niveau leicht verbessern und kommt auf 4 Prozent. Auf "sonstige Parteien" entfallen 5 Prozent in der Forsa-Umfrage.

Führungsspitze der Piraten in Berlin: jung und erfolgreich.
Führungsspitze der Piraten in Berlin: jung und erfolgreich.(Foto: dpa)

Damit würde ein Bündnis aus SPD und Grünen weiter deutlich vor Schwarz-Gelb liegen. Zusammen kommt Rot-Grün derzeit auf 44 Prozent, Union und FDP erreichen zusammen nur 35 Prozent. Allerdings haben SPD und Grüne im Vergleich zu 48 Prozent im Sommer an Zustimmung verloren.

Mehrheit gegen Lafontaine

Angesichts der hohen Zustimmungswerte für die Piratenpartei geht Forsa-Chef Manfred Güllner davon aus, dass ihr Erfolg eine rot-grüne Mehrheit bedroht. "Die Piraten schaden vor allem den Grünen, denen viele Wähler früher aus Verzweiflung über die anderen Parteien ihre Stimme gegeben haben", sagt Güllner. "Sie laufen jetzt zu den Piraten über – vor allem auch die jungen Wähler, die sonst für die Grünen gestimmt haben."

Forsa fragte für den "Stern" außerdem noch nach einer derzeit diskutierten Personalie bei der Linkspartei. Gefragt, ob der ehemalige Parteichef Oskar Lafontaine wieder auf die Berliner Bühne zurückkehren soll, stimmten lediglich 25 Prozent der Deutschen dafür. 63 Prozent wünschen dies nicht. Vor allem die Anhänger der Union und der FDP sind überdurchschnittlich häufig dagegen. Bei den Anhängern der Linken sprechen sich 83 Prozent für eine Rückkehr Lafontaines in die Bundespolitik aus.

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Quelle: n-tv.de

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