Politik

Kraftlos, ziellos, zerstritten: Piratenchef gibt seine Partei auf

Sie flogen ganz hoch, nun sinken sie immer tiefer. Der Piratenpartei droht die endgültige Implosion. Ihr Chef Schlömer bekennt: "Uns fehlt die Kraft und die Motivation für den Wahlkampf."

Parteichef Schlömer und der politische Geschäftsführer Ponader mögen sich gar nicht.
Parteichef Schlömer und der politische Geschäftsführer Ponader mögen sich gar nicht.(Foto: picture alliance / dpa)

Schlechte Stimmung und noch schlechtere Umfragewerte: Der einst gefeierten Piratenpartei droht der endgültige Fall in die Bedeutungslosigkeit. Vor dem Bundesparteitag in Neumarkt in der Oberpfalz am kommenden Wochenende sagte Parteichef Bernd Schlömer: "Uns fehlt die Kraft und die Motivation für den Wahlkampf." Grund dafür seien das anhaltende Umfragetief und die endlosen Querelen um das Personal. In Umfragen lag die Partei, die eigentlich den erstmaligen Einzug  in den Bundestag angestrebt hatte, zuletzt zwischen zwei und drei Prozent.

Der scheidende politische Geschäftsführer Johannes Ponader bezweifelte in der Zeitung "taz.am Wochenende" auch die Kommunikationsform der Piraten. Probleme dort seien dafür verantwortlich, dass sie es zum Beispiel nicht geschafft hätten, das Thema Arbeit erfolgreich zu besetzen. "Wir hätten uns in der Partei auf diese Hartz-IV-Debatte vorbereiten müssen, wir hätten besser kommunizieren müssen, nicht immer über Twitter", sagte Ponader.

Störfaktor Johannes

Seine Parteikollegen machen dagegen auch Ponader selbst für die Schwierigkeiten verantwortlich. "Johannes hat uns unglaublich geschadet", sagte der bayerische Piratenchef Stefan Körner der Zeitung. Schlömer sagte: "Wir Piraten haben ihm nichts zu verdanken."

Ponader war in den vergangenen Wochen wegen seiner Alleingänge immer stärker in die Kritik geraten. Zuletzt hatten ihm bei einer Abstimmung die Hälfte der Mitglieder die Note 6 gegeben. Daraufhin hatte er sein Amt zur Verfügung gestellt. Auf dem Parteitag in Neumarkt soll ein Nachfolger gewählt werden.

"Vielleicht war ich zu blauäugig, vielleicht habe ich Fehler gemacht", sagte Ponader selbst. Er fühle sich ausgebrannt. "Jetzt mache ich erst mal Urlaub. Aus der Partei zurückziehen werde ich mich aber nicht."

Quelle: n-tv.de

Video-Empfehlungen
Empfehlungen