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Dienstag, 23. Mai 2017

22 Tote bei Konzert: Polizei: Anschlag in Manchester war Terrorattacke

Nun sind sich die Ermittler sicher: Die Explosion in Manchester war ein Selbstmordattentat. Ein Mann sprengte sich in die Luft. Dabei riss er mindestens 22 Menschen mit in den Tod. Unter ihnen sind auch Kinder.

Bei einer Explosion auf einem Konzert der US-Sängerin Ariana Grande sind im nordenglischen Manchester mindestens 22 Menschen ums Leben gekommen. Darunter auch Kinder. Bei den Toten soll es sich insbesondere um britische Staatsangehörige handeln. Etwa 60 weitere Menschen wurden nach Angaben von Rettungskräften verletzt.

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Am Dienstagvormittag erklärte die Polizei, dass sich offenbar ein Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt hatte. Die Ermittler gehen demnach von einem Terroranschlag aus. Der Täter habe einen selbstgebauten Sprengsatz am Körper getragen und kurz vor Mitternacht im Eingangsbereich der Halle zur Detonation gebracht, als die Zuschauer die Arena verließen, teilte die Polizei mit. Der Attentäter sei bei der Detonation seiner Bombe ebenfalls ums Leben gekommen.

Die Explosion hatte sich am späten Montagabend in der Manchester Arena ereignet, einer Konzerthalle, die bis zu 21.000 Besuchern Platz bietet. Zeugen berichteten von einem Knall nach dem letzten Lied Grandes gegen 22.30 Uhr Ortszeit (23.30 Uhr MESZ).

Bahnhof Manchester Victoria ist gesperrt

Nach der Explosion gingen 240 Notrufe bei der Polizei ein. Sofort rasten Krankenwagen zur Manchester Arena. Hubschrauber kreisten über dem Areal. Insgesamt waren laut Polizei 400 Kräfte im Einsatz. Die Verletzten wurden laut "BBC" in sechs Krankenhäuser im Großraum Manchester gebracht. Notfalldienste und Feuerwehr baten die Bevölkerung über Twitter, sie wegen des Einsatzes nur bei lebensbedrohlichen Angelegenheiten zu kontaktieren. Rund um die Halle zogen bewaffnete und maskierte Polizisten auf. Auch Sprengstoffspezialisten waren im Einsatz.

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Der benachbarte Bahnhof Manchester Victoria wurde gesperrt. Die Polizei forderte die Menschen via Twitter auf, sich aus der Gegend um die Halle fernzuhalten. Sie rief die Bürger zu Wachsamkeit auf.

Premierministerin Theresa May drückte den Opfern und Angehörigen ihr Mitgefühl aus. "All unsere Gedanken sind bei den Opfern und den Familien von allen, die betroffen sind", erklärte sie. "Wir sind daran, alle Einzelheiten dessen, was von der Polizei als entsetzlicher Terroranschlag behandelt wird, herauszuarbeiten", erklärte sie. Nach einer Meldung der britischen Nachrichtenagentur Press Association (PA) soll ihr Wahlkampf ausgesetzt werden. In Großbritannien wird am 8. Juni gewählt. Die Regierung will am Dienstagvormittag bezüglich des Anschlags noch zu einer Krisensitzung zusammenkommen.

Menschen in Panik

In der Konzerthalle spielten sich nach der Explosion Augenzeugenberichten zufolge dramatische Szenen ab. "Der Knall hallte durch das Foyer der Arena und die Leute fingen an zu laufen", berichtete ein 17-Jähriger, der mit seiner zwei Jahre älteren Schwester das Popkonzert besucht hatte. "Ich sah, wie die Leute schreiend in eine Richtung rannten und sich plötzlich viele umdrehten und wieder in die andere Richtung liefen", sagte der Jugendliche dem Nachrichtensender Sky News.

Das Konzert der angesagten Sängerin hatten besonders viele Kinder und Jugendliche besucht. Grande war angesichts der Ereignisse "am Boden zerstört". "Aus tiefstem Herzen: Es tut mir so leid. Mir fehlen die Worte", schrieb die 23-Jährige auf Twitter. Kollegen wie Justin Timberlake und Christina Aguilera zeigten sich entsetzt. Augenzeugen berichteten von Menschen, die blutüberströmt auf dem Boden lagen. Auf Bildern waren Konzertbesucher mit Beinverletzungen zu sehen. Menschen flohen in Panik und mit Tränen in den Augen aus der Halle, wie Augenzeugen in britischen Medien berichteten. Anwohner boten den Betroffenen Unterschlupf an.

"Zuerst dachten wir, dass einer der riesigen Gasballons auf dem Konzert geplatzt sei. Aber als wir draußen waren, sahen wir, dass es etwas Ernsteres gewesen sein muss", zitierte der britische Nachrichtensender Sky News eine Besucherin. Eine Konzertbesucherin berichtete der BBC, sie sei von Polizisten aufgefordert worden wegzurennen, nachdem sie die Halle verlassen habe. Per Alarmaufruf sei das Publikum aufgefordert worden, Ruhe zu bewahren.

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Quelle: n-tv.de

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