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Angespannte Stimmung in Hamburg: Eine friedliche Protestkundgebung eskaliert.
Angespannte Stimmung in Hamburg: Eine friedliche Protestkundgebung eskaliert.(Foto: dpa)

Chaos im Schienenverkehr: Polizei gibt Hamburger Hauptbahnhof frei

Ausnahmezustand in der Hansestadt: Die Bundespolizei muss zeitweise den Schienenverkehr am Hauptbahnhof stoppen. Betroffen ist der gesamte Fern- und S-Bahnverkehr von und nach Hamburg. Erst nach Stunden rollt der Betrieb wieder an.

Nach einer mehrstündigen Sperrung hat der Hamburger Hauptbahnhof den Betrieb teilweise wieder aufgenommen. Alle Züge mit Ausnahme in Richtung Berlin und Lübeck würden ab sofort wieder fahren, hieß es in einer Durchsage. Laut Anzeigetafel müssen Reisende weiterhin mit Verspätungen rechnen.

"Hamburg bekennt Farbe": Auf dem Hamburger Rathausmarkt nehmen an der Protestkundgebung gegen Rechte und Neonazis mehrere tausend Menschen teil.
"Hamburg bekennt Farbe": Auf dem Hamburger Rathausmarkt nehmen an der Protestkundgebung gegen Rechte und Neonazis mehrere tausend Menschen teil.(Foto: dpa)

Gegen Mittag hatte die Bahn auf Anweisung der Bundespolizei den gesamten Fern- und S-Bahnverkehr vorübergehend eingestellt. Grund seien Ausschreitungen linker Demonstranten, hatte ein Sprecher erklärt. Wie lange die Sperrungen andauern sollten, blieb zunächst unklar. Offenbar sollte es im Umfeld der Gleise zu Polizeieinsätzen kommen. Die Deutsche Bahn bestätigte auf Anfrage, dass der Bahnhof erst nach einer Freigabe durch die Behörden wieder angefahren werden könne.

Rechte weichen nach Bremen aus

Die Ausschreitungen hatten sich offenbar im Umfeld einer friedlichen Protestveranstaltung gegen Hass und Fremdenangst entwickelt. Anlass für die Kundgebung "Hamburg bekennt Farbe" war eine für Samstag angekündigte Demonstration von Rechtsextremisten und Hooligans.

Das Oberverwaltungsgericht der Hansestadt hatte diesen sogenannten "Tag der Patrioten" kurzfristig verboten. Die Veranstaltung wurde daraufhin zunächst nach Bremen verlegt. In Hamburg kamen auf dem Rathausmarkt tausende Menschen zusammen, um friedlich gegen Neonazis und dumpfe Parolen zu demonstrieren.

Wut über überfüllte Züge

Am Hamburger Hauptbahnhof griffen Linksautonome zur Gewalt. Einige hätten mit Steinen geworfen, weil sie nicht mehr in einen überfüllten Zug nach Bremen gekommen seien, sagte eine Sprecherin der Polizei. Zudem habe es falsche Gerüchte gegeben, dass ein Zug mit Rechtsextremen den Bahnhof erreiche.

In Bremen trafen die Behörden energische Vorkehrungen: So räumte die Bremer Polizei aus Sorge vor möglichen Demonstrationen rechter und linker Gruppierungen den berühmten Wochenmarkt im Zentrum der Stadt. Grund sei die nach Bremen verlegte Demonstration von Rechtsextremen, bestätigte eine Sprecherin der Bremer Behörden. Befürchtet wurde zudem, es könne auch hier zu gewalttätigen Gegendemonstrationen kommen.

Beamte kontrollierten am Bremer Bahnhof ankommende Gruppen. Die Polizei habe alle Ersatzveranstaltungen der Rechten - analog zu Hamburg - verboten, hieß es weiter. Der Markt schließt normalerweise um 14.00 Uhr.

Quelle: n-tv.de

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